Von Ferdinand Ranft

Die Teestunde beim Bundeskanzler für die Spitzenvertreter des deutschen Tourismus hat sicherlich manche Eitelkeit befriedigt, bewirkt hat sie nichts. Nach wie vor herrscht in Bonn ein fröhliches Durcheinander und Nebeneinander auf einem Terrain, dessen Bedeutung andere Länder längst erkannt und das sie wirtschaftlich mit aller Konsequenz nutzen. Der Fremdenverkehr interessiert in der Bundeshauptstadt allenfalls ein paar Randfiguren. Alle möglichen Ressorts haben bei allen möglichen Gelegenheiten ihre Finger am Tourismustopf: Wirtschaft, Finanzen, Justiz, Familie, Verkehr, Inneres, Arbeit und Auswärtige Angelegenheiten. Koordination findet nicht statt; kein Wunder also, daß auch die Auslandswerbung für das Fremdenverkehrsland Bundesrepublik zwischen allen Stühlen sitzt. Im Klartext heißt das: die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT), der diese Aufgabe obliegt, hat viel zu wenig Geld.

Die Auswirkungen dieser Schlafmützigkeit lassen sich in konkreten Zahlen ausdrücken. Da im Verhältnis zu den Millionen Bundesbürgern, die jedes Jahr ins Ausland reisen, viel weniger Ausländer zu uns nach Deutschland kommen, ist die Devisenbilanz auf dem Reisesektor seit Jahren negativ. In den letzten beiden Jahren sah sie so aus:

Devisenbedarf Devisenein-

deutscher nahmen durch

Touristen Ausländer Defizit

Jahr (in Mrd. Mark) (in Mrd. Mark) (in Mrd. Mark)