Falsch verbunden!

Schiller: Sie wollen mich also nicht haben...

Köppler: Aber lieber Herr Schiller, wer sagt denn sowas?

Schiller: Sowas spürt man. Vor vier Wochen boten Sie mir noch...

Köppler: Vor vier Wochen, vor vier Wochen, das ist lange her. Sehen Sie nicht unsere Schwierigkeiten?

Schiller: Im Moment sehe ich nur meine Schwierigkeiten.

Köppler: Das ist es ja eben. Aber wir müssen an Narjes denken, und an Stoltenberg und an Kohl und an...

Schiller: Strauß ist sehr dafür! Köppler: Der hat gut reden. Sie sind uns immer sehr willkommen, aber nicht gerade jetzt... können Sie nicht bis zum Oktober warten?

Falsch verbunden!

Schiller: Das kann ich eben nicht. Und warum überhaupt?

Köppler: Das habe ich Ihnen doch schon erklärt. Weil wir sonst gezwungen sind, die Vertrauensfrage zu stellen...

Schiller: Diesmal mit meiner Stimme...

Köppler: Und die kostet uns womöglich drei weitere Anti-Barzel-Stimmen. Was dann? Seien Sie doch vernünftig. Moment, da kommt ein wichtiges Gespräch... kann ich zurückrufen?

Schiller: Nein. Wir..., das heißt: ich bin in einer Zelle (hängt ein). Hast du noch zwei Groschen? Danke...

Etta: Wen rufst du jetzt an? Schiller (wählt): Kann ich mal den Chef sprechen?

Sekret.: Wer ist am Apparat? Schiller: Sagen Sie, ein guter Bekannter...

Falsch verbunden!

Sekret.: Darf ich um den Namen bitten?

Schiller: Schiller... ja, Karl Schiller... Ihr Chef...

Sekret.: ... ist in einer Sitzung. Ich gebe Ihnen Herrn Burz.

Burz: Tachchen, lieber Herr Schiller. Wo brennt’s denn?

Schiller: Ich wollte nur mal fragen, wegen dieser Stellung...

Burz: Ach ja, richtig. Daran knobeln wir noch. Wie Sie wissen, sind wir ein relativ kleines Bankhaus...

Schiller: Einen Mann wie mich könnte man immer brauchen, sagte Ihr Chef damals...

Falsch verbunden!

Burz: ... als Sie noch Minister waren, Herr Schiller...

Schiller: Soll das heißen...? Burz: Das soll nur heißen, daß Sie sich keine falschen Hoffnungen machen sollen. Wir sind hier ein richtiges kleines Team – ob daß das Richtige für Sie wäre? Außerdem haben Sie ja im Bankfach gar keine praktische Erfahrung...

Schiller: Und wie verbleiben wir nun?

Burz: Melden Sie sich nicht bei uns, warten Sie, bis wir uns bei Ihnen melden... hören Sie noch? Eingehängt...

Schiller: Ich könnte es ja nochmal bei Barzel versuchen...

Etta: Wollte der nicht gestern bei Dir anrufen?

Schiller: Wo denn? Wir sind ja dauernd unterwegs.

Falsch verbunden!

Etta: Wie ich das alles satt habe, diese Versteckspielerei.

Schiller (wählt): Oh, pardon... falsch verbunden... (hängt ein). Brandts Privatnummer, ich muß diese Nummer mal streichen.

Etta: Hübsch... das waren unsere letzten Groschen. Was nun?