Valentino schafft perfekten Luxus

Von Marietta niederer

Rom, im August

Haute-Couture mit italienischer Bravour und amerikanischem Glamour, Präsentation als Luxusschauspiel, das gibt es in Rom nur bei Valentino. Die Vorführung wird einmal gezeigt, in der letzten Nacht der römischen Alta-Moda-Woche, was soviel wie "Warten auf Valentino" bedeutet.

Ab 21 Uhr rollen die Wagen an, für eine halbe Stunde später ist die Einladung ausgeschrieben, um 22 Uhr beginnt die Schau. Sie läuft für Top-Einkäufer aus aller Welt, diese bezahlen für zwei Personen rund 5500 Mark, die anderen, die Freunde des Hauses, die Schauspielerinnen und die Damen und Herren der internationalen Gesellschaft, haben freien Eintritt. Jeder Besucher wird von einem Mannequin in weißem Reitdress aufgehalten und flugs photographiert, damit sich der Meister, wie man munkelt, beim Anblick dieser Schnappschüsse amüsieren kann.

Valentinos Botschaft für die kommende Saison war schnell auszumachen: klassischer Look nach seinem bewährten Erfolgssystem: "Ich mache die Frauen schön." 22 Mannequins für 180 Modelle trabten über den Laufsteg. Das Neue für morgen sind weite Mäntel, die über Kleid mit Jacke schwingen und mit Fuchs- oder Luchskragen besetzt sind. Weder Hosen noch Stiefel erschienen auf dem Laufsteg. Cardiganjacken oder Blousons ergänzen Hemdblusenkleider mit Faltenröcken. Paletots in verschiedenen Längen haben den Blazer abgelöst, und ein gemäßigt weiter Ärmelschnitt wird die Konfektionäre zum Grübeln bringen.

Der Kopf soll klein sein, das kurze Haar wird von einem Turban umwickelt, an dem abends lange Enden flattern. Das Cocktailkleid, seit Jahren von Hosen verdrängt und als spießig verpönt, feiert sein Comeback mit schwingenden Plisseeröcken und kurzen Schößchenjacken. Am Tag bedecken die Röcke das Knie, und alle Abendkleider sind lang. Ein strahlendes Chinablau ist eine neue Abendfarbe neben Zinnoberrot und Malvenrosa.