Freilich, einen genauen Termin für den Betrieb der creditcard-Organisation vermag Nastke noch nicht zu nennen. Es heißt vage: "Wenn die breite Linie der Akquisition erreicht ist." Bis es soweit ist, werden Vertreter der MWV noch einige Interessenten aufsuchen müssen, um sie von den Vorzügen der Plastikkarte zu überzeugen.

Leicht ist dies nicht, denn das Geschäft, das sich Nastke erhofft, geht weitgehend zu Lasten der umworbenen Einzelhändler. Wer als Schrittmacher der bargeldlosen Zukunft gelten will, wird von creditcard zwar mäßig, aber regelmäßig zur Kasse gebeten: Als Aufnahmegebühr sind 720 Mark fällig, dafür gibt es dann unter anderem auch Luftballons mit creditcard-Slogans. Später, sollte das System arbeiten, muß der Kaufmann über jeden Kauf eines Kreditkunden einen Beleg ausstellen und diesen nach Frankfurt senden. Kosten pro Beleg: 6,8 Pfennig – "Anpassung an die Kostenentwicklung vorbehalten".

Für die Kostenentwicklung gibt es ein amerikanisches Beispiel: Shell belastet seine Tankstellenpächter seit 1. Juli mit einem Prozent des Umsatzes auf Kreditkarten.

Kai D. Eichstädt