Aufsehen hat einige Tage lang eine plötzliche Dollar-Hausse auf den Devisenmärkten erregt. Seit der allgemeinen Neuordnung der Wechselkurse im Dezember 1971 müssen für einen Dollar nach dem Mittelkurs 3,22 Mark gezahlt werden. Sinkt der Marktkurs bis auf 3,15 Mark, muß die Bundesbank Dollar kaufen; steigt er auf 3,29 Mark, muß sie Dollar verkaufen. Viele Wochen lang stieg der Kurs kaum über den Dollarankaufspunkt von 3,15 Mark. Diesen Montag kletterte er fast auf 3,20 Mark.

Es hieß, die Nachfrage nach Reisedevisen sei gewachsen. Andere meinten, die letzten Zahlen. der US-Zahlungsbilanz hätten gezeigt, daß sie sich zu bessern beginne, was nicht ohne Folgen für den Dollarkurs bleiben könne. Manche meinten, die Goldabgaben aus amtlichen Beständen habe zur Erholung des Dollarkurses beigetragen.

Wahrscheinlich haben alle diese Ereignisse zusammengewirkt. Für das Ausmaß der Dollarstärkung hielten Händler aber die Nachfrage nach Dollar für verantwortlich, mit denen Verträge über Leerverkäufe erfüllt werden mußten. Diese Verträge waren in der Hoffnung auf ein Sinken des Dollarkurses abgeschlossen worden. Die Festigung des Dollars war an allen europäischen Plätzen zu beobachten. Eine längere Dauer der Hausse wagen Devisenhändler allerdings nicht vorauszusagen. Vor Beginn der Jahrestagung des Währungsfonds reagieren sowohl der Goldmarkt als auch der Dollarhandel immer nervös. R. H.