Als "grundsätzlich unerwünscht" wurden jetzt vom Bonner Wirtschaftsministerium die sogenannten Selbstbeschränkungsabkommen bezeichnet, mit deren Hilfe einzelne Wirtschaftsverbände seit geraumer Zeit den Im- und Export verschiedener Güter zu beeinflussen versuchten. Als "Diplomaten von eigenen Gnaden" betrieben Interessenten dabei Handelspolitik auf eigene Faust – keineswegs immer im Sinne der offiziellen Wirtschaftspolitik.

Die Japaner haben den Wortschatz der Außenhändler um den Begriff des "orderly marketing" bereichert, eine vornehme Umschreibung für ganz gewöhnliche Exportkartelle. Um die einheimische Konkurrenz auf den Auslandsmärkten (zunächst einmal) zu beruhigen, bremsen sie mit dem Segen der Regierung in Tokio das Tempo ihrer Exportoffensive bei bestimmten Produkten.

Für die von der Flut billiger Japanimporte bedrohten Firmen ist dies vordergründig eine bequeme Lösung. Die Verbraucher aber haben das Nachsehen. Vielleicht klagt die eine oder andere Branche auch zu Recht über unfaire japanische Handelspraktiken. Doch darüber dürfen nicht Verbandsfunktionäre entscheiden, sondern nur die zuständigen politischen Instanzen. Es ist gut, daß Bonn das jetzt klargestellt und das Kartellamt mit der Überwachung dieser Praktiken beauftragt hat. mj