Die Affäre um die Durchsuchung des Bauer-Verlages und der Quick-Redaktionsräume schlägt immer noch Wellen, obwohl der Hauptvorwurf, die Regierung habe Einfluß auf das Verfahren genommen, inzwischen nicht mehr erhoben wird. Am Mittwoch voriger Woche hatte der stellvertretende Regierungssprecher von Wechmar bekanntgegeben, der von Staatssekretär Moersch am 22. Juni geäußerte Verdacht, zwei Agenten in Bonn hätten sich als Journalisten getarnt, habe sich nicht bestätigt. Am gleichen Tag begrüßte die Bundesregierung die Erklärung des Präsidenten des Zeitschriftenverlegerverbandes, Strothe, er habe niemals der Regierung eine Einflußnahme auf die Durchsuchung der Quick unterstellen wollen.

Strothe warf von Wechmar allerdings ebenfalls am Mittwoch vor, er habe den Inhalt eines Gespräches mit Innenminister Genscher verfälscht. Von einem "Rückzieher" sei keine Rede. Im ZDF-Magazin stellte Strothe wieder einen Zusammenhang zwischen Quick-Affäre und den Äußerungen Moerschs her.

Am Freitag beschuldigte Moersch, der seinen Urlaub in Kanada unterbrochen hatte, den Zeitschriften-Verleger, er habe Teile der Unterredung vom 22. Juni geradezu ins Gegenteil verkehrt. Ein Zusammenhang seiner Andeutungen mit der Quick-Durchsuchung sei absurd.

Am Wochenende trafen sich Moersch und Strothe in Hannover. In einem gemeinsamen Kommuniqué wurde der Streit beigelegt. Moersch unterstrich, daß er zu keiner Zeit von geplanten "Aktionen" gegen Verlagshäuser gesprochen habe; vom Verlegerverband wurde klargestellt, daß diese Behauptung nicht von Verlegerseite aufgebracht worden sei.

Die Opposition hatte es in der Vorwoche von den Beratungen des Vertrauensmänner-Gremiums abhängig gemacht, welche Konsequenzen sie aus der Affäre ziehen werde. Am Dienstag baten die CDU-Mitglieder um eine außerplanmäßige Sitzung. Bei dem Treffen am Montag ist nach ihrer Meinung die Quick-Angelegenheit nicht ausreichend erhellt worden.