Wer den Penny nicht ehrt

Großbritanniens 100 000 Mitglieder umfassender Polizeiverband plant eine Reform der Dienstordnung. Die Beamten wollen ihre Oberstunden künftig nicht mehr wie bisher ausschließlich in Freizeit, sondern wahlweise auch in klingender Münze vergolten haben. Die von der Bobby-Lobby als "bedeutendste Änderung im Dienst seit der Jahrhundertwende" bezeichnete Neuregelung gibt es in der Bundesrepublik bereits in Ansätzen: Polizistenüberstunden können bezahlt werden, wenn der Dienst einen Freizeitausgleich nicht zuläßt.

Falsche Einstellung

Die Bürger der ČSSR legen nicht immer den Idealismus an den Tag, der von ihnen erwartet wird. Die Parteizeitung Rude Pravo berichtete, daß besonders Dienstleistungsbetriebe immer wieder Anlaß zu Klagen geben. Bei einer Prüfung der Ladenöffnungszeiten in Prag hatte man festgestellt, daß von 392 Geschäften 80 später öffneten als vorgeschrieben, und 110 Geschäfte bis zu einer Stunde vor der offiziellen Ladenschlußzeit schlossen. Die Zeitung räumte zwar auch "objektive Gründe" ein, gab aber den Werktätigen die Schuld, die eine falsche, nichtsozialistische Einstellung hätten.

Gehaltserhöhung

Ärzte und Lehrer in der Sowjetunion können sich freuen. Ihre Gehälter, die zu den niedrigsten im ganzen Land zählen, sollen nach einer Ankündigung von Ministerpräsident Kossygin um 20 Prozent angehoben werden. Derzeit verdienen Ärzte 110, Lehrer 120 Rubel (440 beziehungsweise 480 Mark).

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