Wer mit Erleichterung die sich anbahnende Normalisierung auf dem südasiatischen Subkontinent verfolgt hat, wird durch neue beunruhigende Meldungen erschreckt. Nicht, daß Krieg von neuem drohte – diese Gefahr ist hoffentlich endgültig eliminiert –, aber der Fluch der bösen Tat scheint doch fortzeugend Böses zu gebären.

Die Inder haben nach dem Überfall der Chinesen auf ihr Land im Jahr 1962 ganz systematisch eine eigene Rüstungsindustrie aufgebaut: Ihre Jäger, Bomber und die Vijayanta-Panzer haben sich außerordentlich bewährt, und mittlerweile produzieren sie auch Raketen und andere komplizierte Waffen.

Zwar gehört Indiens Verteidigungsbudget mit 3,4 Prozent vom Sozialprodukt zu den bescheidensten der Welt; aber nun, da die Waffenproduktion läuft, die Fabriken stehen und Kapital investiert wurde, wollen die Inder schließlich doch Zinsen sehen. Was also liegt näher, als sich umzuschauen nach Leuten, die Waffen kaufen wollen?

Lieferverträge über Uniformen, Helme und Stiefel sind schon mit Nigeria, Libanon, Jordanien und Saudiarabien abgeschlossen worden – Karabiner und Maschinengewehre sollen folgen. Insgesamt, so heißt es, liegen Orders im Wert von 1,2 Milliarden Mark vor.

Armer Nehru, armer Gandhi – ihr Indien sollte ein Modell des Friedens und der Gewaltlosigkeit sein und ist nun zum Waffenlieferanten geworden. Dff.