Friedrich Flick macht Schlagzeilen – über seinen Tod hinaus. In seinem kürzlich eröffneten Testament bot er Eberhard von Brauchitsch an, als persönlich haftender Gesellschafter wieder in die Konzernholding zurückzukehren, aus der er Ende 1970 wegen Differenzen mit Flicks Sohn Karl Friedrich ausgeschieden war. Offensichtlich unklare Verfügungen über die Rechtsperson einer als Teilerbe eingesetzten Stiftung führten überdies zu Familien-Streitigkeiten.

Familien-Unternehmen haben sich immer wieder als besonders anfällig für Erbfehden und Vermögens-Auseinandersetzungen erwiesen. Die Flick-Gruppe stellte sich bisher als ein von starker Hand geführtes, festgefügtes Industrie-Imperium dar. Friedrich Flicks letzter Wille und die dadurch ausgelösten Meinungsverschiedenheiten zwischen seinem jüngsten Sohn und den beiden Söhnen seines schon vor Jahren abgefundenen Ältesten Otto Ernst haben jetzt zumindest erste Risse im Konzerngebäude sichtbar werden lassen. Noch ist nicht abzusehen, ob der Streit ohne Schaden für das Unternehmen beigelegt werden kann. Vielleicht rächt es sich aber jetzt, daß es der alte Flick versäumte, die Geschicke seines Konzerns beizeiten in die Hände einer von jüngeren, familienfremden Managern bestimmten Geschäftsführung zu legen. Eg.