Der Fall der beiden Parlamentarischen Staatssekretäre Dorn (FDP) und Raffert (SPD), die beide Verträge mit dem Bauer-Verlag besaßen, hat die Aussichten vergrößert, daß sich der Bundestag noch vor den Neuwahlen eine Ehrenordnung gibt. Bundestagspräsident von Hassel äußerte gegenüber der Stuttgarter Zeitung, er sehe jetzt eine Möglichkeit, die im Februar 1971 ausgearbeiteten Vorstellungen des Präsidiums zu verabschieden. Alle drei Fraktionen haben zugesichert, dieses Problem so rasch wie möglich zu behandeln.

Verbote oder „Strafmaßnahmen“ wird es aus rechtlichen Gründen nicht geben, sondern nur die Pflicht zur Offenlegung von Beraterverträgen und Honoraren, die bestimmte Mindestsummen überschreiten. Dies soll unter Umständen auch gegen den Willen der Beteiligten geschehen. Ferner soll ein Abgeordneter, wenn der Verdacht einer Interessenkollision gegeben ist, von Ausschußverhandlungen suspendiert werden können.

Joachim Raffert wird weder im Wahlkreis 43 (Hildesheim) kandidieren noch einen Listenplatz der niedersächsischen SPD erhalten. Auch Wolfram Dorn verliert seinen Platz auf der nordrheinwestfälischen FDP-Landesliste. Danach werden beide Abgeordnete nicht wieder in den Bundestag einziehen.