Gemeint ist alles persönliche Abfragen von Wissensstoff: für die „mündlich“-Noten in der Schule, im Abitur, im Staatsexamen, im Rigorosum oder wo auch immer sonst noch mündlich geprüft wird. Es erscheint mir fair, mich gleich am Anfang zu persönlicher Voreingenommenheit zu bekennen: Ich habe alle die genannten Prüfungen schriftlich sehr gut, mündlich gerade so eben noch bestanden. Ich müßte also mich selber verleugnen, wenn ich für mündliche Prüfungen wäre. Um so mehr werde ich mich bemühen, auch die PRO-Argumente getreulich wiederzugeben. Im übrigen; das Thema drängte sich auf, da auch die Frau Staatssekretär Dr. Hildegard Hamm-Brücher in ihrem höchst fortschrittlichen Bildungsplan mündliche Prüfungen (neben schriftlichen natürlich) vorsieht.

PRO:

1. Wohlwollende Prüfer nehmen dem Kandidaten im persönlichen Gegenüber die Prüfungsangst sie können seine Wissenslücken überspringen und Gebiete suchen, wo der Prüfungskandidat sich auskennt.

2. Viel wichtiger als die Lösungen, die der Kandidat für seine Aufgaben am Ende anbietet, ist es, wie er diesen Lösungen kommt; das läßt sich nur in der mündlichen Prüfung beobachten.

3. Bei der mündlichen Prüfung kann man einen Kandidaten besser kennenlernen; und dem Kandidaten, den man bereits kennt, kann man besser gerecht werden.

4. Die Prüfungssituationen, denen/sich der aus Schule und Hochschule Entlassene „im Leben“, im Beruf konfrontiert findet, haben viel mehr Ähnlichkeit mit einer mündlichen als mit einer schriftlichen Prüfung.

CONTRA: