Neben jeder Krippe, worin ein Heiland, eine welterlösende Idee, den Tag erblickt, steht auch ein Ochse, der ruhig frißt.

Heinrich Heine

Schlußlicht in der Bildung

Die rote Laterne in der Bildungspolitik tragen in Europa die Schüler der Bundesrepublik: Sie liegen an letzter Stelle einer Vergleichsskala der sechs EWG-Staaten. Diese Tatsache, ermittelt vom Statistischen Amt der EWG, ist für die viertgrößte Industrienation peinlich genug, obwohl sie nicht überrascht. Schon vor neun Monaten hatte die OECD einen niederschmetternden Bericht über das BRD-Bildungswesen veröffentlicht: Die Bundesrepublik „hat in den letzten zwanzig Jahren im großen und ganzen auf dem Bildungssektor zuwenig investiert“. Die Folgen zeigen die neuen EWG-Zahlen: In der BRD drängen sich durchschnittlich 34 Schüler in einer Volksschulklasse, in Belgien, Frankreich, Italien sind es 21, in Luxemburg 23, in den Niederlanden 30. Ein weiterer trauriger Rekord: Nur etwa 15,5 Prozent der Gesamtbevölkerung waren in der BRD (1970) Schüler und Studenten, in den Niederlanden dagegen waren es 21 Prozent, in Frankreich und Belgien 19, in Italien immerhin 17, und in Luxemburg fast so viele wie bei uns: 15,3 Prozent.

Licht ins Lichtspiel

Die japanische Electro Machine Industrial Association hat eine erste Statistik über den internationalen Audiovisions-Markt erstellt. Danach wurden im Jahre 1971 62 000 Video-Bandrecorder im Wert von 40 Millionen Dollar verkauft, allein 24 000 Geräte in Japan. 46 000 Kassetten (für zwei Millionen Dollar) konnten abgesetzt werden; der größte Prozentsatz (38 Prozent) entfiel auf Hobby- und Ausbildungsprogramme. Findige japanische Produzenten entdeckten auch schon eine seltsame Marktlücke: Sie liefern Kassetten mit japanischen Fernsehprogrammen für Japaner, die längere Zeit mit ihren Familien im Ausland leben und den Kontakt zum Mutterland nicht verlieren wollen (sollen).

Nicht ich