Politik

Aktuelle Krisenherde

In den schwersten Kämpfen seit Beginn ihrer Offensive haben Nordvietna- mesen und Vietcong Einheiten ihre Taktik des „Aufsplitterns" der feindlichen Kräfte erfolgreich fortgesetzt.

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DIE ZEIT

Freiheit, die sie meinen

Man muß diese Fragen ernsthaft prüfen. Der Einwand, daß es sich bei den Mördern, die ins olympische Dorf eindrangen, um fremde Terroristen handelte, die München zum mehr oder weniger zufälligen Schauplatz ihrer blutigen Tat gemacht haben – um Leute also, die heute hier und morgen dort morden – ist nicht überzeugend, nicht ausreichend.

Truppen-Hilfe

Nach vier Jahren Vorbereitung hat das Bundesverteidigungsministerium endlich den Versuch gewagt, die Grundsätze der „Inneren Führung“ für jeden Truppenoffizier verständlich und verbindlich niederzulegen.

Neuwahlen doch früher?

So beharrlich die Opposition den Kanzler auf einen genauen Termin für die Vertrauensfrage festzulegen versucht, so strickt hat sich Willy Brandt bisher darüber ausgeschwiegen.

Damm-Bruch

Der lange gefaßte finnische Entschluß ist verwirklicht: Helsinki hat im Schatten der olympischen Ereignisse die DDR anerkannt und diplomatische Beziehungen mit Ostberlin vereinbart.

Vor dem Gipfel

Die Wirtschafts- und Finanzminister der Europäischen Gemeinschaft haben den Schwarzen Peter geschickt weitergegeben, den ihnen der französische Staatspräsident Pompidou nach seiner Aussprache mit Bundeskanzler Brandt Zuspielen wollte: An ihnen wird es nicht liegen, wenn die für Oktober geplante europäische Gipfelkonferenz nicht zustande kommt.

Die Münchner Polizeiaktion: Mit ihrem Latein am Ende

Wird die Dokumentation über das Massaker von München, die an diesem Wochenende vorliegen soll, ein Zeugnis der Unfähigkeit oder nur des Unglücks sein? Im ersten und dritten Abschnitt wird sie über die Sicherheitsmaßnahmen vor und während der Spiele und die Polizeiaktionen im olympischen Dorf wie in Fürstenfeldbruck berichten.

Worte zu München

„Diese Aktion ist nicht gescheitert, ich nenne sie gelungen. Ich nenne sie einen Triumph Palästinas. Ich hoffe, daß dieser Triumph Nachhall findet.

Die palästinensischen Partisanen: Mord ist ihre Devise

Sie nennen sich „Fedayin“, die „Opferbereireiten“. Sie fühlen sich als „Soldaten“ der „palästinensischen Revolution“. Werden sie im Kampf getötet oder von einem Gericht verurteilt, gehen sie als „Märtyrer“ ins Paradies ein.

Vier Milliarden Kreml-Kredit: Rubel für Tito

Der Investitionskredit von über einer Milliarde Mark, den die Sowjetunion soeben der jugoslawischen Regierung zugesagt hat, ist das bisher spektakulärste Ergebnis der intensiven Reisediplomatie zwischen Moskau und Belgrad.

Neue Art der Guerilla: Krieg ohne Grenzen

Krieg ist Krieg“, sagte Dr. Georges Habasch, einer der palästinensischen Guerillaführer, als er vor zwei Jahren, nach den ersten Flugzeugentführungen, gefragt wurde, ob ihn denn die Meinung der Weltöffentlichkeit gar nicht kümmere.

„Hier hilft kein FBI“

Kuhlmann: Ja, waffenmäßig ist sie durchaus in der Lage, so ernste Situationen zu bewältigen, wenn es allein darum geht, Terroristengruppen unschädlich zu machen –, dies ist ja auch in Fürstenfeldbruck geschehen.

Ausländergruppen in der Bundesrepublik: Spielwiese für Terroristen?

Was immer die Terroristen von München mit ihrem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft bewirken wollten – daß sich die Scheinwerferlichter vom Totenfeld in Fürstenfeldbruck abrupt auf das emsige Treiben politischer Ausländerorganisationen in der Bundesrepublik richten würde, lag gewiß nicht in ihrem Sinn.

Wolf gang Ebert: Bonner Ehe-Dramen

Abgeord.-Gattin: Na bitte – was habe ich dir damals gesagt? Unterschreibe diesen Beratervertrag nicht, habe ich gesagt. Aber wann hörst du schon mal auf mich.

Dokumentation zum Massaker

Eine Woche nach der Tragödie in München und Fürstenfeldbruck sind die meisten Einzelheiten des blutigen Anschlags aufgeklärt.

EWG-Gipfelkonferenz: Paris stimmt zu

Die Hoffnungen, daß bei der Tagung der Wirtschafts-, Finanz- und Außenminister der erweiterten EWG eine Entscheidung über die Gipfelkonferenz fallen werde, haben sich wider Erwarten erfüllt.

Jugoslawien: Kredit aus Moskau

Die Sowjetunion hat Jugoslawien einen Kredit von umgerechnet 1,3 Milliarden Dollar bewilligt, mit dem rund 60 Betriebe aller Sparten – Stahl, Chemie, Energie-Erzeugung – aufgebaut werden sollen.

Israel warnt die Araber

Mit einer Trauerfeier auf dem Flughafen von Lod nahm Israel am Donnerstag Abschied von den Opfern des Massakers in München und Fürstenfeldbruck.

USA – Sowjetunion: Kissingers Mission

Zum drittenmal in diesem Jahr ist Henry Kissinger, Sonderbotschafter Präsident Nixons, am Sonntag in Moskau eingetroffen. Über Ort, Themen und die sowjetischen Partner der dreitägigen Gespräche wurde offiziell nichts bekanntgegeben.

Haiti: Krach im Palais

Gut 16 Monate nach „Papa Doc“ Duvaliers Tod sind in Haiti die lang erwarteten Machtkämpfe unter seinen Nachfolgern ausgebrochen.

DDR – Finnland: Einigung erzielt

Finnland und die DDR haben ihre im Juli begonnenen Verhandlungen mit der Paraphierung eines Vertrages abgeschlossen, der diplomatische Beziehungen zwischen Helsinki und Ostberlin vorsieht.

Bärendienste in Brighton

Gewerkschaftler sind keine Revolutionäre. Dafür ist ihnen sicher jeder dankbar. Aber vom Bewahrenden bis zum Reaktionären ist ein weiter Weg – normalerweise.

Jubiläum in Brasilien: Foltern für den Fortschritt

Vor 150 Jahren errang Brasilien seine Unabhängigkeit vom Königreich Portugal – in einer Weise, die sich wohltuend vom Schicksal der spanischen Kolonialnachbarn unterschied: ohne Gewalt, unblutig, „vernünftig“.

Private Universität: Mutprüfung statt Matura

Das Gespenst der linksradikalen Machtergreifung an Schulen und Universitäten geht um –, sogar im friedlichen Stuttgart. Hier hat sich eine Handvoll Männer zusammengefunden – darunter der Psychologe und Psychotherapeut Affemann, der Ministerialrat und Rechtsexperte im Kultusministerium Hohlfelder, Gerhard Weigand, der persönliche Referent des Ministers, zwei angesehene Professoren sowie ein paar Privatleute – um „aus Sorge um den Bestand unserer Freiheit, Kultur und Wirtschaft“ eine Universität zu gründen.

Numerus Clausus in Kiel: Ängstlicher Aderlaß

Schleswig-Holsteins Kultusminister Professor Walter Braun sprach von einer „ansteckenden Krankheit“ und verordnete dem Patienten, der Kieler Alma Mater, eine Roßkur.

Lokalzeit: Wohin mit dem Bunker

Trotz aller Aufklärung und reicher journalistischer Lebenshilfe gibt es doch immer noch Ratlosigkeit in unserer Welt, zum Beispiel bei dem 68jährigen Rentner Karl Timmermann in Hamburg-Wilhelmsburg.

DDR: Gefundenes Fressen

In Leipzig sprach sich am Dienstagmorgen die Nachricht über den Überfall im Olympischen Dorf und die Geiselnahme wie ein Lauffeuer herum.

Westberlin: Kerzen im Fenster

Alle schienen betroffen. Am Tag des Überfalls der arabischen Terroristen war es Niedergeschlagenheit und Spekulationen über eine mögliche Befreiung der Geiseln, was die meisten Gespräche der Westberliner bestimmte.

Bremen: Bewegt und empört

Als die Hiobsnachrichten aus München in Bremen die Runde machten, bahnte sich eine Schlägerei an. Studenten verteilten vor einem großen Industriewerk Flugblätter, in denen für den „gerechten Kampf der arabischen Völker gegen ihre israelischen Unterdrücker“ um Verständnis geworben wurde.

Frankfurt: Ein dichter Filter

München fand auch in Frankfurt statt. Nach dem Massaker von Fürstenfeldbruck legte sich Trauer über die Stadt. Während die leitenden Beamten der Polizei unter Polizeipräsident Knut Müller zu einer Sicherheitskonferenz zusammentraten, um die Frankfurter Konsequenzen des mörderischen Einbruchs palästinensischer Freischärler in die Olympischen Spiele zu beraten, erhielten Schüler frei, um am Fernsehschirm der Trauerfeier im Olympia-Stadion beiwohnen zu können.

Olympia wird nicht sterben

Das olympische Feuer verlischt. Ein Trompetensolo ertönt. Zu Orgelklängen wird die olympische Flagge aus dem verdunkelten Stadion getragen.

Springreiten und Military: „Reiten, reiten...!“

Die letzte Entscheidung der Olympischen Spiele in München gewann vor 80 000 Zuschauern die bundesdeutsche Springreiterequipe vor den USA mit der knappsten Differenz von einem viertel Punkt.

Orchester-Olympiade in München: Gold für die Wiener und Berliner

Alte Familien sind bekanntlich, laut Münchhausen, sehr charakteristisch: „Hat jedes alte Geschlecht seinen eigenvererbten Zug / Die Stuarts hängen am Weibe, die Orlows kleben am Krug I Die Sándors leben in Sattel und Bügel viel hundert Jahr / Aber lachen können am besten die Grafen von Beaumanoir.

Fernsehen:: Rückblick und Vorblick

Später wird man im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen von München zunächst an die Nacht vom 5. auf den 6. September denken, München wird identisch mit Fürstenfeldbruck sein, und die heiteren Gegenspiele zu Berlin werden – dem redlichen Bemühen der diesmal ganz und gar Unschuldigen Hohn sprechend – die blutigen Gegenspiele heißen .

Eine neue Schulaufgabe

Die Schule soll der Bundeswehr helfen. Weil ständig mehr Jugendliche den Wehrdienst verweigern, wünschen Politiker, daß im Unterricht nachdrücklicher als bisher Verständnis für Verteidigung geweckt wird.

Die Schule und die Bundeswehr

Wenn sie den Schulhof verlassen, mögen sie den Kasernenhof nicht mehr betreten: Immer weniger Jugendliche sind bereit, die im Grundgesetz fixierte Pflicht zu erfüllen und Wehrdienst zu leisten, immer mehr berufen sich statt dessen auf das in der Verfassung festgelegte Recht, „den Kriegsdienst mit der Waffe zu verweigern“.

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