Mit einer fast dreistündigen Verspätung, hervorgerufen durch einen Computer-Irrtum, der die Startvorbereitungen unterbrach, hob am Donnerstagmorgen voriger Woche (MEZ) in Kap Kennedy eine Saturn-Rakete mit Apollo 17 zum längsten und vorerst letzten bemannten Mondflug ab. Umlauf, Einschießen auf Reisekurs und Einschwenken in die Mondumlaufbahn verliefen trotz kleinerer Defekte reibungslos. Am Montag um 20.55 Uhr MEZ setzten die Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt ihre Fähre Challenger im sogenannten Taurus-Littrow-Tal auf. 75 Stunden Aufenthalt und drei je siebenstündige "Ausflüge" sollen wichtige Aufschlüsse und Ergebnisse bringen.

Die Raumfahrtbehörde NASA erwartet von dem Geologen Schmitt, dem ersten mitfliegenden Zivilisten, besonders wertvolle Erkenntnisse. Astronaut Ronald Evans soll bis zum Rückstart am Freitag in seiner Kommandokapsel America den Erdtrabanten umkreisen, kartographisch weiter vermessen und nach Spuren von Wasser forschen. Die Landung – "Wasserung" – ist für den 19. Dezember südlich von Samoa im Pazifik vorgesehen.

Das Taurus-Littrow-Gebiet wurde ausgewählt, weil die Geologen hier das älteste und auch das jüngste Mondgestein zu finden hoffen. Apollo 17 bietet die vorerst letzte Chance, die Entstehung des Mondes an Hand von Gestein zu enträtseln.