DIE ZEIT

Von Zeichen und Wirklichkeiten

Es gibt in der Bibel nicht nur die zentralen Aussagen, die die christliche Botschaft in einem einzigen Satz zusammenfassen, etwa „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab.

Ende und Beginn

Der 21. Dezember 1972: ein deutsches Datum – Zur Unterzeichnung des Grundvertrages

Abschied vom Mond

Mit kostbaren Steinen reich beladen, ist das letzte Apollo-Schiff von seiner Reise zum Mond zurückgekehrt. Jetzt werden für Jahrzehnte keine Menschen mehr den Erdtrabanten betreten, jedenfalls keine Amerikaner.

Ein Prozent bis zum Frieden

Selten hatten die Korrespondenten einen so beschwingten, beinahe überschäumenden Henry Kissinger erlebt wie an jenem 26. Oktober, als er im Weißen Haus verkündete, der Friede in Vietnam sei in „greifbarer Nähe“.

An unsere Freunde

Täglich gehen jetzt Weihnachtswünsche und Neujahrskarten ein und türmen sich zu vorwurfsvollen Bergen auf den Schreibtischen der Redaktion.

Zeitspiegel

Vor zweieinhalb Jahren verfügte die ungarische Regierung per Dekret, daß künftig in zunehmendem Maße kirchliche Feiern wie Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen durch staatliche und damit weltliche Zeremonien ersetzt werden sollen.

Kirche in der DDR: Der Bischof, der zwischen den Stühlen sitzt

Wenn es zutrifft, daß die Sprache den Menschen macht, dann genügt im Grunde dieser Text, den er uns schickte. Es ist die Sprache eines Kirchenmannes, der sich – in der besonderen Situation, in der er lebt und handelt – herausgefordert fühlt: von seinem Staat, von der dort herrschenden Staatsideologie, von den dort ansässigen und arbeitenden Staatsbürgern.

Das Programm der Regierung: Die Koalition ist nicht ängstlich

Auch die neue Regierung hat sich viel vorgenommen. Wahrscheinlich wird die kommende Regierungserklärung zwar im Reformpathos etwas weniger vollmundig und in der Aufzählung der Projekte nicht ganz so detailversessen wie die letzte sein, aber Ängstlichkeit in den Zielvorstellungen wird man der sozialliberalen Koalition auch diesmal nicht vorwerfen können.

Widersprüchliche Entscheidungen über Radikale im Öffentlichen Dienst: Leichter mit links?

Gesetzt den Fall, Bundeskanzler Willy Brandt würde in seine bevorstehende Regierungserklärung den Programmpunkt „Verbot der NPD“ als Beitrag der sozial-liberalen Koalition zur inneren Sicherheit aufnehmen – ihm wäre Kopfschütteln selbst von den Oppositionsbänken sicher; in der Öffentlichkeit hielte man ihn für einen Anachronisten; allenfalls von einigen rechten Zeitungen hätte er die Frage zu gewärtigen, weshalb dann nicht auch die DKP verboten werden solle, obwohl die bei der jüngsten Bundestagswahl nur 0,3 Prozent, die NPD immerhin 0,6 Prozent der Stimmen erhalten hat.

Ausgewogen

Die Früchte des Sieges sind bitter für Indien. Zwar haben beide Parteien des indisch-pakistanischen Kriegs ihre Truppen in Kaschmir zurückgezogen; aber der Geist von Simla ist nicht wiederauferstanden.

Der Mühe wert

Ein alter Herr im Cut, der mit rollendem Pathos das Vaterland beschwört, darf sicher sein, daß die Jungen ihn belächeln. Hätte sich Ludwig Erhard als Alterspräsident im Bundestag damit begnügt, wie seine Vorgänger das obligatorische Bekenntnis zur deutschen Einheit herzubeten, man brauchte kein Wort darüber zu verlieren.

Uganda-Asiaten: Verjagt und herumgeschubst

Suresh Kataria kramte grämlich zwischen Koffern und Kisten herum. Dick verschnürt, mit großen Eisenschlössern verriegelt, stapelten sie sich in einer Ecke des Korridors.

Labour-Boykott

Mit verdächtiger Ausführlichkeit haben die Londoner Zeitungen vom Streik der Brüsseler „Bürokraten“ berichtet. Kein Zweifel: dieser Streik hat den kleinen Mann in England davon überzeugt, daß auch Kontinentaleuropäer normale Menschen sind.

Dokumente der ZEIT

j) Verbot der Verbreitung, des Besitzes oder der Weitergabe von Druckmaterial, Dokumenten, Bulletins, Flugschriften, Bildern oder Fotografien, die als schädlich für die nationale Sicherheit angesehen werden.

In Chile regt sich die Opposition

Nach einer fünfzehntägigen Auslandsreise, die ihn mit verschiedenen Zwischenstationen nach Mexiko, zu den Vereinten Nationen, nach Moskau und Kuba führte, ist der chilenische Präsident Salvador Allende am Freitag voriger Woche wieder in Santiago eingetroffen – und prompt von der Opposition angeklagt worden, „Chiles Souveränität“ in der Sowjetunion preisgegeben zu haben.

KSZE-Vorkonlerenz: Keine Einigung

Ohne Einigung über das künftige Arbeitsprogramm haben sich am Freitag voriger Woche die Botschafter der 34 an den KSZE-Vorbereitungsgesprächen beteiligten Staaten bis auf den 15.

Aktuelle Krisenherde

Die Hoffnungen auf einen baldigen Frieden in Vietnam haben sich zerschlagen. Präsidentenberater Kissinger, der nach einer neuntägigen Verhandlungsrunde Paris am späten Mittwochabend voriger Woche verließ und Nixon informierte, erklärte am Samstag auf einer Pressekonferenz – Nixon hatte eine öffentliche Erklärung abgelehnt –, Hanoi verzögere bewußt die Verhandlungen.

269 Abgeordnete stimmten für Brandt

Mit mahnenden Worten des ehemaligen Bundeskanzlers Erhard, wonach „der Gedanke der Einheit unseres Volkes und unserer Nation die unverlierbare Grundlage unseres Handelns“ bleibt, begann am Mittwoch voriger Woche der siebte deutsche Bundestag seine Legislaturperiode.

Nicht nur Freude für die DDR

Die internationalen Früchte des Grundvertrages fallen der DDR schnell und reichlich in den Schoß. In den wenigen Wochen seit der Paraphierung des Vertrages am 8.

Kieler Spekulatius

Kiel Ob es denn nicht langsam an der Zeit sei, sich von Kultusminister Walter Braun zu trennen, fragten die Philologen Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg.

Das 30-Millionen-Parlament: Teure Abgeordnete

Zum teuersten Landtag der Bundesrepublik ist Nordrhein-Westfalens Landesparlament geworden, nachdem feststeht, daß von 1973 an ein Landtagsmitglied jährlich nicht weniger als 65 000 Mark kosten wird.

Krach in der CSU: Austritt aus der Strauß-Partei

So erstaunlich es auch sein mag: Während Strauß bei bayerischen Bürgern oft als durchaus integer gilt, findet man selten Unionsmitglieder von Rang und Namen, die ihren Parteichef loben.

Lokalzeit: Schmutz statt Schwarzfahrt

Vor die Wahl gestellt, ein paar Schwarzfahrer zu irritieren oder stadtweit der Umweltverschmutzung entgegenzuwirken, entschieden sich die Kölner Verkehrsbetriebe gegen den Umweltschutz: Sie montierten die Papierkörbe in den öffentlichen Nahverkehrsfahrzeugen wieder ab.

Münchner Ministerpräsidentenkonferenz 1947: Deutsche Einheit verfehlt?

Auf der Münchner Ministerpräsidentenkonferenz im Juni 1947 trafen sich zum ersten und bis zur Erfurter Begegnung Brandts und Stophs 1970 zum einzigen Mal amtliche deutsche Vertreter der drei westlichen Besatzungszonen und der sowjetischen Besatzungszone zu offiziellen Verhandlungen.

Argentinien: Eine Revolution zuwenig

Militärregierungen sind ihrer Häufigkeit nach die verbreiteste Form der Staatsführung in Lateinamerika. Heute leben zwei Drittel aller Bürger des Subkontinents unter ihrer Herrschaft.

Mehr Freizeit – weniger Ruhe

Der Vorsitzende der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, Hermann Brandt, hat die Auffassung des hessischen Wirtschaftsministers Herbert Karry kritisiert, die Wirklichkeit zeige, daß es nicht möglich sei, die „Arbeitszeit drastisch und immer wieder zu verkürzen“.

Geld wird durch Freizeit erst schön

Der hessische Wirtschaftsminister und FDP-Politiker Heinz Herbert Karry hatte an dieser Stelle energisch vor weiteren Arbeitszeitverkürzungen gewarnt (ZEIT Nr.

Bildung und Forschung getrennt: Das gespaltene Ministerium

Das einzige neue Ministerium, das für Forschung und Technologie, begann mit einer Peinlichkeit. Das Protokoll verzeichnete Unruhe und Gelächter im Plenum, als der Kanzler die Errichtung des Ressorts mit dem abenteuerlichen Hinweis begründete, wegen der großen Bedeutung der Nachrichtentechnologie sei er glücklich über die Zusammenfassung von Forschung und Bundespost.

Zeitmosaik

Wenn „Freiheit“ kein Blendwerk ist, dann bedeutet sie den innigen Anspruch, niemandem zu gehörten, als nur der Vernunft. Wo das Wort Freiheit seinen Sinn zurückbekommt, geht auch immer schon die Ahnung um, als nahte, nicht mehr lange aufzuhalten; durch Vergewaltigung, Dumpfheit und Lüge, ein neues Zeitalter der Vernunft.

Argumente für und gegen: Weihnachten

Vermutlich ist die in dieser Jahreszeit sich aufdrängende Frage, ob und mit welchem Recht wir Weihnachten feiern können, durch rationale Überlegungen kaum zu beantworten.

Kunstkalender

Aus der mit über 5000 Blättern umfangreichsten Sammlung französischer Zeichnungen, die es in Deutschland gibt, stammen die im Dahlemer Neubau ausgestellten 200 Zeichnungen, die hier zum erstenmal öffentlich ausgebreitet sind und die bis vor zwei Jahren, als der erste kritische Katalog der Berliner Bestände erschien, auch der Fachwissenschaft so gut wie nicht bekannt waren.

Filmtips

Im Fernsehen: „Der junge Mr. Lincoln“ (USA 1939) von John Ford (Bayern III 22. Dezember). „Die rote Wüste“ (Italien 1963) von Michelangelo Antonioni (Südwest III 23.

Schallplatten

Welch exzeptioneller Gitarrist der nach einem Unfall verstorbene Duane Allman war, zeigt diese ungewöhnlich sorgfältig zusammengestellte und hervorragend dokumentierte Anthologie von Aufnahmen, die praktisch seine ganze Karriere umfassen.

Fragen an Sex-Gewerbetreibende: Hubert Fichte interviewt in St. Pauli

Sandra will sich später „ein ganz süßes Appartement einrichten“, „in irgendeiner phantastischen Stadt“. Sie würde gern „wahnsinnige Garderobe tragen“ und im eigenen Flugzeug „nur die irrsten Arten“ von Vergnügungsreisen unternehmen, eigentlich „nur rumspinnen“.

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