Von Thilo Koch

Sie bieten sich zur Unzucht an. Sie gehören zum Straßenbild aller Großstädte der Welt. Es gibt obszöne Namen für sie und romantische. Wer untersuchen will, was sie tun und warum, klassifiziert sie gewöhnlich als Prostituierte. Warum gehen sie auf den Strich? Macht die Sexwelle sie nicht überflüssig? Sind diese Mädchen die letzten Repräsentanten eines alten, aber aussterbenden Gewerbes? Wer sind ihre Kunden? Warum gibt es überhaupt Prostitution? Was besagt ihr Vorhandensein über den Zustand einer Gesellschaft, die sie duldet, ja die sie offenbar braucht?

Einige neue Antworten auf diese alten Fragen gibt ein Buch von

Dorothea Röhr: „Prostitution – Eine empirische Untersuchung über abweichendes Sexualverhalten und soziale Diskriminierung“; edition suhrkamp 580, Suhrkamp Verlag, Frankfurt; 202 S., 6,– DM.

Der Untertitel ist eine angemessene Warnung. Dorothea Röhr, eine junge Gießener Soziologin, Schülerin von Helge Pross, veröffentlicht hier eine wissenschaftliche Arbeit. Recht oft wirkt die Anstrengung des Begriffs etwas überanstrengt; „Die Prostituierten sind in der gleichen Lage wie andere soziale Minoritäten, die als Reaktion auf permanente Diskriminierung die Stigmata ihrem Verhalten adaptiert haben.“ „Die Disjunktivität der Situation der Kindheit wird in der prostituiven Lebenslage durch die gesellschaftliche Diffamierung perpetuiert.“ Dieses Soziologendeutsch fließt der Generation der Autorin ohne Stocken von den Lippen. Man muß kein Deutschtümler sein, wenn man sich die Aussagen manchmal etwas weniger zum Fachjargon verdichtet wünscht. Dorothea Röhrs Sprache verhält sich zu den Vorlesungstexten Freuds wie Faust Zweiter Teil zu Johann Peter Hebel. Zitiert sie allerdings Adorno oder Habermas, dann sieht man genauer, wem ihr Stil und ihr Denken besonders verpflichtet ist. Vielleicht zitiert sie insgesamt ein bißchen zu viel. Auf den ersten 32 Seiten wird der Leser durch 105 Fußnoten daran erinnert, daß das Buch zunächst eine Doktorarbeit war.

Diese Anmerkungen sollen keine Einwände gegen Rang und Substanz dieser empirischen Untersuchung sein. Niemand, der sich von nun an ernsthaft mit Prostitution befaßt, wird sie außer acht lassen können. Dorothea Röhr befragte 1969 in Frankfurt achtundneunzig Prostituierte an Hand zweier wissenschaftlich ausgetüftelter Fragebogen mit insgesamt 194 Fragen. Die soziologische und psychologische Auswertung der Antworten ergibt Einsichten, die man bisher entweder gar nicht hatte oder nicht so zuverlässig belegen konnte.

Zum Beispiel: „Zwei Drittel der befragten Prostituierten kommen aus unvollständigen. Familien“ – gut ein Drittel waren von den Eltern abgeschoben worden, sind Heim- oder Pflegekinder gewesen. Auch bei fast allen anderen hatte es in der Kindheit an Bestätigung und Anerkennung gefehlt, so daß sich kein Vertrauen zur Umwelt einstellen konnte. Die Meinung, Prostituierte seien zumeist „als Dirnen geboren“, ist für Dorothea Röhr ein unmenschlicher Unsinn, ebenso borniert wie die Auffassung, es gäbe „geborene Verbrecher“. Sozialisationsschäden, das heißt Schäden, die im Anpassungsprozeß an die Normen der sozialen Umwelt entstehen, sind für sie der Nährboden, auf dem allein eine gewisse Disposition für den „Strich“ wächst.

Das heißt nicht, ein sozialisationsgeschädigtes Mädchen sei zur Hure prädestiniert. Es heißt aber sehr wohl, daß eine gestörte erste Objektbeziehung, das Ausbleiben einer positiven Ich-Du-Beziehung in der Kindheit, einen „Racheimpuls“ als Reaktion auf frühe Enttäuschungen auslösen kann und dadurch bereits zum Anfang jener „schiefen Ebene“ wird, auf der ein Mädchen ins „Eros-Center“ abrutscht. Dorothea Röhr: „Ein Mädchen charakterisiert seine Kindheitssituation folgendermaßen: ‚Ich war immer das Aschenputtel zu Hause. Es geschieht meinen Eltern ganz recht, daß ich auf den Strich gehe, Warum haben sie mich so schlecht behandelt?‘ Damit wird sogleich die Mutter übertrumpft, denn die Dirne besitzt viele Männer. Und dem Vater soll gezeigt werden, daß man ihn, der die Tochter zurückwies, gar nicht braucht angesichts der vielen anderen. Im prostituiven Verhalten wird der innere Konflikt durch Agieren nach außen umgangen bzw. verdrängt.“

Die empirische Untersuchung von Dorothea Röhr bezieht auch die Frage ein, ob der häufig wechselnde Geschlechtsverkehr bei der Prostituierten ein Ergebnis besonders starker sexueller Bedürfnisse sein könnte. Ergebnis der Befragungen: „Die Mär vom grenzenlosen Sexualhunger der Prostituierten ist werbungseffizient, entspricht aber nicht den Tatsachen Diese Mär, meint die Autorin, ist auch eine Zwecklüge im System der doppelten Moral. „Da die Prostitution Sexualgenuß außerhalb des legitimen Rahmens ermöglicht“, muß man sie als Unzucht denunzieren und die Prostituierten folgerichtig als haltlose, abartige Triebwesen ohne moralische Selbstkontrolle hinstellen. Hat man sie erst einmal als Parias aus der Gemeinschaft der Guten, aus der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen, ist die Welt wieder in Ordnung.

Männer als Trophäen

Dorothea Röhr erhebt selbstverständlich nicht den Anspruch, ein Kinsey der Prostitution zu sein. Der amerikanische Forscher befragte viele Tausende Männer und Frauen; Dorothea Röhr knapp einhundert Prostituierte. Ihre Erhebungen sind also nicht repräsentativ für die Prostitution in der Bundesrepublik oder auch nur für die in Frankfurt. Immerhin hat Frau Röhr neues Material zutage gefördert. In einigen Kapiteln ihres Buches wertet sie es unter bestimmten Sonderaspekten aus: Persönlichkeitsentwicklung der Prostituierten; soziale Herkunft und schulischer Werdegang; die Prostituierten als soziale Out group. In dem etwas ratlos „Vita Sexualis“ überschriebenen Kapitel behandelt die Autorin so wichtige Fragen wie das „Auseinanderklaffen von Eros und Sexualität“ bei den Prostituierten. Für sie bedeutet Sexualität Arbeit, während sie doch eigentlich Triebbefriedigung bringen soll, Hierin kommt die spezifische Entfremdung der Prostituierten zum Ausdruck: „Sexualität wird zur Ware“, „der Mann wird zur Trophäe“, der Sünde Lohn wird „libidinös besetzt“, das Geld zum Ersatz für „Streicheleinheiten“, für Zuwendung und Zärtlichkeit.

Deutlichere Umrisse gewinnt in dieser Arbeit auch die sagenumwitterte Figur des Zuhälters. Er ist heute fast ausnahmslos mit nur einer Prostituierten verbunden, manchmal sogar mit ihr bürgerlich verheiratet. Zum Teil üben die Zuhälter einen eigenen Beruf aus, zumeist im gastronomischen Gewerbe der Amüsierviertel. „Die Dirne ist dem Zuhälter nicht hilflos aus geliefert; sie braucht ihn, um ihre Außenseiterposition ertragen zu können und um nicht in sozialer Isolation total zu verkümmern.“ „Die Dirne hofft im Zuhälter jemanden zu finden, den sie so liebt und umsorgt, wie sie als Kind nicht geliebt und umsorgt worden ist.“ Es mag sein, daß die Prostituierte im Zuhälter all dies sucht. Leider findet sie es selten; die Polizeiberichte sprechen da eine unmißverständliche Sprache. Auseinandersetzungen zwischen der Dirne und ihrem „Jungen“ verlaufen oft brutal. In aller Regel wird die Prostituierte von ihrem Zuhälter ausgebeutet. Sie ist oft ein nur allzu williges Objekt, weil sie ihren Freund von der Verachtung ausnimmt, die sie den Männern gegenüber empfindet, und ihn als ihr „Statussymbol“ ausstaffiert – ähnlich wie ein prestigesüchtiger Ehemann seine Ehefrau.

Richtig sieht Dorothea Röhr das Einsamkeitsproblem der Dirne. Prostituierte werden verachtet und außerhalb ihrer Berufsausübung gemieden. Beziehungen zwischen den Prostituierten sind meistens durch den harten Konkurrenzkampf belastet; Freundschaften zwischen den Frauen sind selten. Mit den Kunden kann ein persönlicher Kontakt kaum entstehen. Um einen Rest von Selbstachtung zu bewahren, verabscheut die Prostituierte instinktiv ihren Partner in einem „Theaterstück“, in dem sie die Rolle einer käuflichen Sache, die Akteurin der Unzucht spielt und er das System personifiziert und finanziert, dessen Nutznießer und Opfer zugleich sie ist.

Dorothea Röhrs zentrale These rückt so ins Blickfeld. Sie lautet: Prostitution ist ein zwangsläufiges Ergebnis der doppelten Moral in unserem Sexualverhalten. Diese doppelte Moral folgt aus dem Monogamiegebot unserer Sexualideologie einerseits und der Herrschaftsstruktur einer autoritär-patriarchalischen Ordnung mit ihren abgestuften Repressionen der Frau andererseits. Prostitution hat eine Ventilfunktion für aufgestaute Libido des Mannes, Ergo, ohne Prostitution könnte das ganze System der doppelten Moral gar nicht funktionieren. Außerdem dient die Prostituierte „als Objekt ungeheurer Aggressionen. Sie wird damit zum prädestinierten Sündenbock der Leistungsgesellschaft.“ Dies auch deshalb, weil der Sittlichkeitswahn einer „monogamen Gesellschaft“ in der Diskriminierung der Prostituierten ihren Sexualneid abreagiert.

Sind nun die Nutznießer des Systems der Prostituierten dankbar? Im Gegenteil, sie wird durch Strafgesetze und deren oft willkürliche Auslegung durch die Polizei verfolgt. Gemäß Paragraph 361,6 des Strafgesetzbuches wird mit Haft bestraft, „wer öffentlich in auffälliger Weise zur Unzucht auffordert oder sich dazu anbietet. ...“ Der Staat betätigt sich gleichzeitig als Büttel der Prostituierten und als eine Art Oberzuhälter, wenn er von den Unzuchttreibenden Einkommensteuer verlangt.

Die Verlegenheit und der Zynismus der doppelten Moral ist dann perfekt, wenn die Prostitution aus dem allgemeinen Gesichtskreis verbannt wird wie zum Beispiel im Amüsierviertel am Frankfurter Hauptbahnhof, damit sie nicht allzu deutlich „dem Ideal der Monogamie hohnspricht, während eine ganze Hierarchie von Dirnenwohnheimvermietern und Grundstücksbesitzern oder -spekulanten sich an der Prostitution schamlos bereichert.

Diese engagierte Analyse läßt sich nicht damit desavouieren, daß man die Doktorin Röhr als eine linke Jeanne d’Arc der Nutten lächerlich zu machen sucht. Die Autorin mag zuweilen modischen Übertreibungen des Soziologen-Look an deutschen Universitäten Ende der sechziger Jahre erliegen, so bei der nicht zureichend motivierten Verabsolutierung von „Leistungszwang“ als Motor für Prostitution. Wenn es Prostitution „immer“ gegeben hat, also auch in nicht leistungsorientierten Kulturen, wie Dorothea Röhr in ihrem historischen Rückblick selber ausführt, wieso ist dann Prostitution in der Industriegesellschaft eine so durchschlagende Manifestation des Leistungsprinzips? Könnte nicht das Gegenteil wahr sein? Die Dirne entbindet den Mann, wie Dorothea Röhr richtig feststellt, von seinen Leistungszwängen und Tabus. Bei der Dirne kann der Mann sich gehenlassen, hier braucht er sich nicht zu beweisen, auch sexuell nicht, so wie bei der Geliebten oder der Gattin, bei der er fürchten muß, daß sie auf Grund der albernen und hektischen „Aufklärungs“-Bücher und-Filme von ihm Wunderdinge erwarten darf, Liebe als Hochleistungssport.

Warum gehen Mädchen und Frauen in einer wirtschaftlichen Situation, die durch Vollbeschäftigung charakterisiert ist, auf den Strich? Sie suchen das schnelle, das leichtverdiente Geld. Das gilt auch für Amateure, nicht selten verheiratete Hausfrauen, die einen Nebenverdienst suchen, um die ständig steigenden Bedürfnisse in der Konsumgesellschaft für sich und ihre Familie befriedigen zu können. Die meisten professionellen Prostituierten machen sich etwas vor, Sie träumen von Berufen wie Stewardess, vom eigenen Frisiersalon, von der kleinen Bar oder Boutique, vom Selber-Chef-Sein. Aber die wenigsten sparen systematisch. Viele enden als sozialer Fall, obwohl sie in ihren guten Jahren auf einen Durchschnittsverdienst von zehntausend Mark monatlich kommen. Wie erzielen sie diese Einnahmen? Das Mindesthonorar für eine Dienstleistung liegt bei dreißig Mark, ein besserer Kunde zahlt hundert Mark, Spitzengagen für die Stars unter den Call Girls liegen bei tausend Mark für die Nacht. Bei etwa fünf Freiern pro Nacht kommt die Prostituierte auf drei- bis fünfhundert Mark.

In Hamburg sind annähernd zweitausend Prostituierte und „HwGs“ registriert (HwG ist im Spezialjargon der Polizei die Abkürzung für „häufig wechselnden Geschlechtsverkehr“). Hinzu kommen mehrere tausend Amateurprostituierte. Wenn in Hamburg sechstausend Dirnen arbeiten, die im Durchschnitt pro Tag fünf bis zehn Kunden bedienen, dann verkehren allein in dieser Stadt täglich bis zu fünfzigtausend Männer mit Prostituierten. Die Zahl schwankt saisonbedingt. Bei einem Durchschnittshonorar von dreißig Mark pro Leistung ist das ein täglicher Umsatz von mehr als einer Million, allein in Hamburg. Mehr als dreihundert Millionen Mark im Jahr werden allein in Hamburg für Prostitution ausgegeben und nur für sexuelle Dienstleisungen selbst. Hinzu kommen Alkoholkonsum, besondere Ausgaben für Kosmetik und so weiter. Für Frankfurt gelten ähnliche Zahlen, für andere Städte entsprechende. Daraus folgt: daß Prostitution in der Bundesrepublik ein Milliardengeschäft ist.

Warum die Geldausgabe?

Wie paßt das in eine Zeit der permissiveness und der sexual revolution? Wozu noch Prostitution, wenn von jedem Kiosk unverhüllte Brunst grüßt, von jedem Illustriertenblatt dem Betrachter nackte Brüste und Schenkel entgegenquellen, jedes Provinzlichtspielhaus ein Tempel kolorierter Breitwandpornographie ist? Trägt uns die Sexwelle nicht einer allgemeinen Promiskuität entgegen, der freien Partnerwahl, dem beliebigen Partnerwechsel zu jeder Zeit, dem Gruppensex? Muß man die sexuelle Abwechslung noch bezahlen, wenn sie auch kostenlos sich anbietet?

Dorothea Röhr beschäftigt sich mit dieser Frage mehr am Rande. Sie kann in der Tat davon ausgehen, daß unsere Zivilisation sich noch längst nicht von der Tabuisierung der Sexualität befreit hat. Die christliche Legende vom Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies motiviert alles Unheil der Welt mitsamt Erbsünde sexuell und lastet es Eva an, der Verführerin, also der Frau. Gewiß, vorehelicher und außerehelicher Geschlechtsverkehr gilt nicht mehr absolut als Sünde oder Verbrechen. Es bleibt der persönlichen Einstellung überlassen, das weiterhin als allgemeinverbindlich anerkannte Monogamiegebot strenger oder freier auszulegen.

Man weiß heute mehr über Sex als jemals zuvor, und die Frau ist durch die empfängnisverhütenden Mittel ganz anders als früher zu ähnlich freier Triebbefriedigung disponiert wie der Mann. Aber nutzt sie die neue Freiheit entsprechend? Nach wie vor ist die monogame Partnerbindung mit Kind und eigenem Häuschen das eigentliche Ziel der meisten Frauen, auch der emanzipierten.

Und auch der Prostituierten. Dorothea Röhr unterstreicht, daß die Prostituierten, obwohl eine out group, durchaus angepaßt an die bürgerlichen Normen denken und empfinden. Sie sind auf Grund ihres Minderwertigkeitskomplexes und ihrer Diskriminierung sogar geradezu zwanghaft auf Reputation bedacht, führen ein Doppelleben, haben deshalb zwei Wohnungen, und die Privatwohnung ist zumeist ausgemacht spießbürgerlich eingerichtet – die Nachbarn sollen nicht ahnen, welchen Beruf die Prostituierte ausübt.

Dorothea Röhr weist an Hand einer Frankfurter Tabelle nach, daß die Zahl der Prostituierten zwischen 1950 und 1970 nicht stieg, sondern leicht zurückging. Dafür nahm und nimmt die getarnte Prostitution zu. Sogenannte Massage- und Kosmetiksalons sind manchmal nichts anderes als eine dezentere Form von Bordellen. Dorothea Röhr glaubt nicht an ein Verschwinden der Prostitution. Dafür sieht sie auch praktische Gründe: Trotz Pille und permissiveness leben wir weiter in einer autoritär-patriarchalischen Ordnung mit Leistungszwang. Viele Männer sind durch ihren Beruf oft und für länger von ihren Frauen getrennt. Die Prostitution ist in diesen Fällen noch immer der leichteste und unverbindlichste Weg zur Triebbefriedigung. Viele Männer scheuen vor dem Aufwand und der Bindung zurück, die „Verhältnisse“ mit sich bringen. Ferner wird die Prostituierte von der nicht geringen Zahl abartig Veranlagter aufgesucht, weil nur die Dirne bereit zu sein scheint, auf perverse Wünsche einzugehen und sie zu befriedigen.

Die Nachfrage weckt das Angebot. Die Ideologie der freien Marktwirtschaft bestimmt auch den Handel mit Liebe als Ware. Das Geschäft floriert. Es floriert aber vor allem deshalb, weil die doppelte Moral der Sexualideologie unserer Gesellschaft die Prostitution geradezu notwendigerweise braucht: als Ventil, als Sündenbock.

Diese Schlüsselthese Dorohea Röhrs erweist ihre Untersuchung als ein Stück Gesellschaftskritik, demonstriert an einem Thema, das gewöhnlich eher lüsterne Voyeurerwartungen weckt als wissenschaftlichen Forschungseifer.