Hervorragend:

„Das Mädchen mit den weißen Haaren“, „Das rote Frauenbataillon“, „Die strategische Eroberung des Tigerberges“, „Die rote Laterne“, „Der Minenkrieg“. Revolutions-Filme aus der Volksrepublik China über den Befreiungskampf des Volkes gegen Großgrundbesitzer und imperialistische Japaner. Die beiden ersten: Ballettfilme im europäischen Shanghai-Stil, eine brillante Mischung aus Hollywood-Musical und Tschaikowskij-Pathos. Die beiden nächsten: Aufführungen der berühmten Peking-Oper. Alle vier kreieren absolute Künstlichkeit: extrem stilisierte Gesten und Handlungen in extrem romantisierten Kulissen. Schamlos wie eine Coca-Cola-Reklame, hinreißend wie Marilyn Monroe. Der letzte: ein spannender Action-Film, Minenlegen als lustiger Volkssport, natürlich und selbstverständlich wie ein Pfeifchen Opium. HPK

„Reed – Mexiko in Aufruhr“ von Paul Leduc. „Shanghai-Express“ von Josef von Sternberg.

Im Fernsehen: „Dillinger ist tot“ (Italien 1968) von Marco Ferreri (Hessen III 19. Januar). „Broken Blossoms“ (USA 1919) von David Wark Griffith (Nord III 20. Januar). „Der Fremde im Zug“ (USA 1951) von Alfred Hitchcock (ZDF 20. Januar). „Out 1“ (Teil 1), (Frankreich 1971) von Jacques Rivette (Bayern III 21. Januar). „Vierzig Gewehre“ (USA 1957) von Samuel Fuller (West III 24. Januar).

Sehenswert:

„Hollywood“ von Paul Morrissey (siehe Seite 18).

„Nachtschatten“ von Niklaus Schilling. Ein Mann fährt in die Heide, um ein einsames Haus zu kaufen. Die Besitzerin, die wie ein schemenhafter, schöner Todesengel erscheint, hält ihn hin. In alten Zeitungen und Photos begegnet er, seinem Doppelgänger, im Traum sieht er sein Grab. Immer dichter wird der Zuschauer in eine faszinierende, mit ganz wenigen subtilen Mitteln realisierte Sphäre magischer Irritationen und einer geheimnisvollen Kindermärchen-Bedrohlichkeit hineingezogen. Horror- und Vampirmotive, Todessehnsucht und Liebestod: Schilling verdichtet das zugleich zu einem Exkurs über das Erzählen einer Geschichte im Film. WD