Mit drastischen Steuererhöhungen und einer Stabilitätsabgabe von Juli an sowie mit dem Abbau von Vergünstigungen will die Bundesregierung den Haushalt 1973 ausgleichen und Kaufkraft abschöpfen. Am stärksten werden die Autofahrer und die Spitzenverdiener zur Kasse gebeten.

Im Mittelpunkt stehen die Erhöhung der Mineralölsteuer um fünf Pfennig je Liter (erwartete Mehreinnahmen 1973: 700 Millionen Mark) sowie eine zehnprozentige Stabilitätsabgabe zur Einkommens- und Körperschaftssteuer auf ein Jahr. Sie beginnt jedoch erst bei einer Einkommensgrenze von 100 000 Mark pro Jahr und trifft ungefähr 150 000 Bundesbürger und die Kapitalgesellschaften. Die Regierung hofft, hierdurch 2,4 Milliarden Mark aus dem Geldumlauf zu ziehen und so die Inflationsrate zu verringern. Ferner soll eine Stabilitätsanleihe von vier Mrd. Mark aufgelegt werden.

Die Steuergesetze bedürfen der Zustimmung des Bundesrates. Oppositionsführer Barzel lehnte eine Mitwirkung der Union ab und nannte die Beschlüsse „die erste Stufe des finanzpolitischen Offenbarungseides“ (vgl. Wirtschaft S. 37/38).