Walther Leider Kiep, Schatzmeister der CDU mit entwicklungs- und außenpolitischen Ambitionen, winkte zunächst aus dem fernen Amerika ab, als ihm der Hamburger CDU-Ortsverein Stellingen-Eidelstedt anbot, 1974 für die CDU als Bürgermeister der Hansestadt zu kandidieren. Doch eine offizielle Stellungnahme von Kiep liegt noch nicht vor. Er befindet sich bis zum 23. Februar auf Amerika-Tour.

Sollte der CDU-Schatzmeister tatsächlich mit dem Gedanken spielen, sich der CDU in Hamburg zuzuwenden, so dürfte ihm jedoch die Ortsvereinsofferte eher geschadet haben. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Stephan Wolf, für seine Extra-Touren in der Hamburger CDU bekannt, lancierte den Kandidaten-Antrag an Kiep sofort in die Presse und entfachte damit Personalquerelen unter den CDU-Hanseaten. Der bisherige Kandidat der Christdemokraten für das Bürgermeisteramt, der Hamburger CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Echternach, reagierte prompt und bezeichnete den Vorschlag als „etwas unrealistisch“.

Andererseits hatte der gebürtige Hamburger Kiep tatsächlich schon vorher mit Echternach ein „lockeres Gespräch“ über solche Überlegungen geführt. Ein konkretes Angebot, das von einem kompetenteren Gremium kommen müßte, liegt allerdings nicht vor. In der Bonner Umgebung von Kiep meinte man, das von dem Ortsvereins-Vorsitzenden Wolf inszenierte Kandidatenspiel sei nicht sonderlich seriös, zumal in diesem CDU-Zirkel im vergangenen Jahr erwogen wurde, den Kandidatenposten dem aus der SPD ausgetretenen Ex-Wirtschaftsminister Karl Schiller anzutragen.

*

Helmut Schnellknecht, Direktor des Deutschen Bundestags, dementierte Gerüchte, nach denen sein Amtsvorgänger Hans Troßmann ein Opfer des Präsidentenwechsels im Bundestag geworden sei. Angeblich hatte Annemarie Renger, die neue Präsidentin des Bundestags, einen auf jährlich 30 000 Mark dotierten Werkvertrag für Troßmann in seiner Eigenschaft als Beauftragter für die Bundestagsneubauten nicht mehr verlängert.

Schnellknecht dazu: „Der Werkvertrag mit Herrn Troßmann war bis zum 31. Dezember 1972 befristet. Im Einvernehmen mit dem Präsidium hat sich,die Präsidentin des Bundestags, Frau Annemarie Renger, mit einer Verlängerung des Werkvertrags über diesen Zeitpunkt hinaus – nämlich bis zum 31. März 1973 – einverstanden erklärt.“ Nach dem Ende dieser Drei-Monats-Frist kann Troßmann sich dann ganz seinem Ruhestand und den Pensionsbezügen (rund 5000 Mark im Monat) widmen.

*