Von Roland Gerber

Ende der fünfziger Jahre fing alles ganz bescheiden an: In der gesamten Bundesrepublik arbeiteten rund 20 Rechenanlagen. Das Bedienungspersonal: ein paar Dutzend Pioniere. Inzwischen nahm die Größe der „Wundermaschinen“ ab, ihre Arbeitsgeschwindigkeit zu. Und von der heutigen dritten EDV-Generation sind bereits 22 000 Anlagen in deutschen Behörden, Banken, Krankenhäusern, Schulen, Wirtschaftsunternehmen installiert.

Doch mit dieser stürmischen Entwicklung der Maschine konnte der Personalbestand nicht Schritt halten. Fachleute der Datenverarbeitung sind ziemlich rar. 1972 arbeiteten immerhin etwa 100 000 Fachleute in der „Computern“, 30 000 davon bei den Herstellern, 70 000 im Anwendungsbereich.

Bis 1978 soll der Bedarf an großen, mittleren und kleinen Datenverarbeitungsanlagen auf insgesamt 125 000 ansteigen. Dies schätzt die branchenkundige Diebold Deutschland GmbH. Mit dieser Differenzierung der Anlagen wächst nicht nur der Personalbedarf enorm. Es wird sich auch die Differenzierung der in der EDV tätigen Berufsgruppen noch verstärken. Das Arbeitsministerium der USA unterschied bereits 1969 etwa 20 verschiedene Tätigkeiten.

Ganz unten in der Skala der Datenverarbeitungsberufe stehen die Datentypisten und -kontrolleure. Diese Vorleistungs- und Vorbereitungstätigkeit wird hauptsächlich von Frauen verrichtet. Sie besteht darin, die zu erfassenden Angaben in Lochschrift umzuwandeln. Vom Kontrolleur werden diese Lochungen auf ihre Richtigkeit geprüft. Für diese Berufe ist keine besondere Vorbildung (außer Maschinenschreibkenntnissen) notwendig. Bezahlung bei EDV-Anwendern in der Wirtschaft: bis 1400 Mark monatlich.

Die „Schwerarbeit“ am Computer leistet der Operator. Er bedient die Maschine, überwacht die Anlagen und leitet Ergebnisse weiter. Aufstiegsstufen: Hilfsoperator – Systemoperator – Chefoperator. Vorbildung: am besten eine abgeschlossene kaufmännische oder technische Ausbildung. Wer weit nach oben kommen will (etwa bis zum Leiter eines Rechenzentrums), der sollte eine abgeschlossene Ausbildung an einer Fachhochschule nachweisen können.

Nach Untersuchungen des Instituts für Angewandte Reaktorphysik in Karlsruhe betrug der Operator-Anteil am EDV-Personal 1971 rund 30 Prozent. Die Bezahlung für den Operator: 1600 Mark; für den Leiter des Rechenzentrums: 3500 Mark.