Hervorragend:

„Das Glück“ von Alexander Medwedkin. Satirisch schildert Medwedkin den Weg eines Bäuerleins aus der Unterdrückung des zaristischen Landwirtschaftswesens in die Freiheit der sozialistischen Kolchosenarbeit. Dieser späte Stummfilm von 1935, der erst vor zwei Jahren vom Berliner „Arsenal“ wieder ans Licht gebracht wurde, ist nicht nur als einziges erhaltenes Dokument des ersten sowjetischen Kinozuges von Interesse, er zeigt auch durch seinen burlesken und stellenweise vom Slapstick inspirierten Stil, wie anschaulich und unterhaltend politisches Kino sein kann. EKP

„Der Tod der Maria Malibran“ von Werner Schroeter. Mit Assoziationen zu Dali und Heine, mit Schlagerkunst und Opernkitsch geht es los, Hehres, Mystisches, Banales und kunstvoll Stilisiertes mischen sich zu einem eklektizistischen Gesamtkunstwerk. Die Damen Montezuma, Kaufmann, Caven und Candy Darling bemühen sich, mit greller Schminke in maskenhaften Gesichtern, schreitend, sich neigend, mit sich hadernd, phantastische Rituale zelebrierend, um ein Porträt jener Sängerin Malibran, die 1836 bei einem da capo zusammenbrach. Aus Arien und Schnulzen, großen Gefühlen und hohlen Gesten, Pathos und Exaltationen entstehen Bilder wie sich bewegende Schallplattenhüllen. Wie auch „Das Glück“ läuft dieser Film jetzt in unabhängigen Kinos. WD

„Salz der Erde“ von Herbert J. Biberman. Im Fernsehen: „Stadtgespräch“ (USA 1935) von John Ford (Hessen III 23. Februar). „Marokko“ (USA 1930) von Josef von Sternberg (Südwest III 24. Februar). „Winter Soldier“ (USA 1972) vom Winterfilm-Kollektiv New York (West III 24. Februar). „Tartüff“ (Deutschland 1925) von F.W. Murnau (ZDF 27. Februar). „Erinnerungen an die Unterentwicklung“ (Kuba 1967) von Tomas Guitierrez Alea (West III. 28. Februar).

Sehenswert:

„Ein Kerl zum Pferdestehlen“ von Abraham Polonsky, der mit leichter Hand aber viel Liebe zu den Details eine romantisch ausufernde, schließlich jedoch in einer burlesken Köpenickiade endende Geschichte erzählt; sie spielt zwischen polnischen Pferdedieben und russischen Kosaken im deutsch-polnischen Grenzgebiet zur Zeit des russisch-japanischen Kriegs von 1904. Dennoch hatte man von Polonsky nach dem zwanzigjährigen, von McCarthy erzwungenen Schweigen und dem zornigen Indianerwestern „Blutige Spur“ (1970) einen weniger harmlosen Film erwartet. WOR

„Arakawa: Why Not?“. „Der Dritte“ von Egon Günther. „Was?“ von Roman Polanski. „Bill McKay – Der Kandidat“ von Michael Ritchie. „Das falsche Gewicht“ von Bernhard Wicki.