Präsident Nixons Sonderbeauftragter Peterson hat in Bonn um Verständnis für die amerikanischen Handelsprobleme geworben und gleichzeitig die Agrarpolitik der Europäischen Gemeinschaft kritisiert. Deren Zollmauern behindern die landwirtschaftlichen Exporte der Vereinigten Staaten. Das große US-Handelsdefizit (1972: 6,5 Milliarden Dollar) stärkt jenseits des Atlantiks die Befürworter des Protektionismus.

Bundeswirtschaftsminister Friderichs sicherte Peterson zu, daß sich die Bundesregierung bei den bevorstehenden Zollverhandlungen für eine weitgehende Liberalisierung der außenwirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Gemeinschaft und Drittländern einsetzen wolle.

Umgekehrt forderte Sir Christopher Soames – in der EG-Kommission verantwortlich für die Außenbeziehungen – in Washington, daß das geplante amerikanische Handelsgesetz liberal sein müsse,

Außenminister Rogers zerstreute in Washington Befürchtungen, die amerikanischen Truppen in Europa könnten als Druckmittel und Faustpfand für Zugeständnisse in Handelsfragen dienen. Er betonte jedoch, daß es im Kongreß nach der Abwertung des Dollar um zehn Prozent entschiedene Stimmen für eine drastische Truppenverminderung gebe.