Kuba und die Vereinigten Staaten haben in der vorigen Woche ein Abkommen gegen Schiffs- und Flugzeugentführungen geschlossen. Die vorerst auf fünf Jahre befristete Abmachung sieht vor, daß beide Seiten Piraten und Verschwörern, die feindselige Handlungen gegen das andere Land vorbereiten, nach den Landesgesetzen aburteilen oder ausliefern. Schiffe oder Flugzeuge, Passagiere und möglicherweise erpreßte Geldbeträge sollen unverzüglich zurückgeleitet werden.

Ein ähnliches Abkommen mit Kuba hat auch Kanada unterzeichnet. Algerien gab seine Bereitschaft zu Verhandlungen über diesen Komplex bekannt. Eine Wirkung haben die Vereinbarungen bereits vorab gezeigt: Seit Verhandlungsbeginn ist kein Flugzeug mehr auf die Zuckerinsel „umgeleitet“ worden.

Havanna hat entgegen seiner ursprünglichen Absicht das Asylrecht grundsätzlich akzeptiert. Damit hat es die Aktivitäten der Exilkubaner in Florida erschwert, aber darauf verzichtet, flüchtende Kubaner auf jeden Fall mit nordamerikanischen Entführern gleichzustellen.

In Washington lobte Außenminister Rogers die „konstruktive Haltung“ der kubanischen Regierung. Falls sie ihre grundsätzliche Haltung überdenke, könne man die Beziehung neu überdenken.