Von Thomas von Randow

Ob wir es mögen oder nicht – wie jedes andere Säugetier gibt auch der Mensch allerlei Düfte von sich, Düfte, die ursprünglich einmal lebens- und arterhaltende Signalfunktionen hatten. Der eine Geruch sollte Mitmenschen anlocken, der andere auf Feinde oder Konkurrenten abstoßend wirken, ein Odeur hatte die Aufgabe, Begattungsgelüste zu wecken, ein anderer vermochte vielleicht Furcht einzuflößen. Wie groß dieses olfaktorische Signalspektrum war, weiß niemand so recht.

Dem zivilisierten Menschen ist es auch gleichgültig, er empfindet die verschiedenen Gerüche seiner Artgenossen ohnehin nur noch als lästig. Ihm stinkt der natürlich duftende Mitmensch, er mag ihn nicht riechen.

Darum waschen wir uns mit parfümierter Seife, darum sprühen wir desodorierende Sprays in unsere Achselhöhlen oder an andere Körperstellen, darum beträufeln sich feine Leute mit Parfüm.

Dem menschlichen Geruch ist jedoch so leicht nicht beizukommen. Dafür hat die Evolution unserer Spezies gesorgt. Die Düfte mußten, bei unseren primitiven Vorfahren so durchdringend sein, daß sie von anderen Gerüchen der Umwelt nicht verdrängt werden konnten. Deshalb läßt sich auch heute noch menschlicher Gestank mit Hilfe von anderen Aromen nur höchst unvollkommen überdecken.