Die Einwohner des mächtigsten und reichsten Landes der westlichen Welt sind arm dran. Nach einem verhängnisvollen Krieg, der den Amerikanern bewies, daß ihre ganze Großmacht in Vietnam nur zu einer dürftigen Kaschierung der Niederlage ausreichte, haben sie nun noch erfahren, daß sie sich eigentlich gar nicht leisten können, was sie sich täglich genehmigen.

Arthur F. Burns, der Chef der Federal Reserve Board – vergleichbar mit unserer Bundesbank – hat seinen Landsleuten in der vorigen Woche empfohlen, doch in Zukunft an einem Tag der Woche auf das tägliche Stück Fleisch zu verzichten. Die Bürger würden dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Nahrungsmittelpreise leisten und damit die Nation vom gefährlichen Problem ständig steigender Preise in diesem Sektor befreien.

So weit haben sie es also gebracht. Die Männer, die hierzulande als Mondfahrer und Hüter riesiger Rinderherden (sprich Cowboys) auf Bildschirmen große Beliebtheit genießen, müssen aufs Fleisch verzichten. Was sollen die Cowboys, umgeben von Rindern, am fleischfreien Tag denn essen? Käse. „Mit Käse“, so Burns, „wären die Amerikaner genauso gut bedient wie mit Fleisch.“

rod