Bundesdeutsche Investmentsparer, die ihr Geld dollarnotierten Auslandsfonds anvertrauten, verloren in den vergangenen fünf Jahren mehr als ein Viertel ihres investierten Vermögens durch Wechselkursveränderungen. Der Währungsverlust seit dem 1.1. 1969 beträgt heute genau 26,6 Prozent. Und niemand weiß, ob die nächste Krise nicht bereits hinter der nächsten Tür lauert. Wer den Wertzuwachs seines Dollarfonds um diesen Verlust bereinigt, der muß in der Regel feststellen: Die Anlage in Auslandsfonds hat sich nicht gelohnt.

Die Wertentwicklung ist bei den meisten Fonds weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Fähige Fondsmanager sind rar geworden. Die 537 US-Fonds (so heißt es in einer Studie der Arthur Lipper Corp., Amerikas bekanntem Fonds-Forschungsinstitut) erreichten 1972 mit einem durchschnittlichen Wertzuwachs von 9,2 Prozent nicht einmal den Aktienindex der New Yorker Börse, der 14 Prozent zulegen konnte.

Genauso unfreundlich sieht der langfristige Trend aus. Die Wertentwicklung in den vergangenen drei und fünf Jahresperioden steht im völligen Gegensatz zu den extremen Zuwachsraten der Jahre 1966 bis 1970. Angesichts des Leistungsabfalls drängt sich die Frage auf, ob die phantastischen Ergebnisse von einst überhaupt auf realistischen Grundlagen beruhten oder ob nicht kräftig manipuliert wurde.

Die Verärgerung des Anlagepublikums hat zu Buche geschlagen. Erstmals in der Geschichte mußten die amerikanischen Fondsgesellschaften in einem Jahr mehr Anteile zurücknehmen als sie verkaufen konnten. Viele ältere Fondskunden – so teilte das amerikanische Investment Company Institut kürzlich mit – verkaufen ihre Zertifikate, sobald sie aus der Verlustzone heraus sind. Die Enttäuschungen der Sparer haben die Fonds in die schwerste Krise seit ihrem Bestehen gestürzt. Der Rekord des Mißtrauens beläuft sich auf einen Nettorückfluß von 1,67 Milliarden Dollar für 1972.

Neue Engagements werden ungern getätigt. Die Spesenbelastung bei Dollarfonds, die über acht Prozent beträgt, schreckt ab. Der Anleger ist seiner Flexibilität beraubt. Er muß mindestens so lange mit einem Verkauf warten, bis der Fonds wenigstens die Spesen erwirtschaftet hat.

Die europäischen Fonds scheinen vor solchen extremen Entwicklungen gefeit. Ihre Wertveränderungen haben – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nie übertriebene Hoffnungen geweckt. Trotzdem können sich ihre Ergebnisse neben den Amerikanern sehen lassen, da ihnen die Währungsverluste fehlen. Unter ihnen ragen vier Fonds hervor: die Holländer Robeco und Rolinco, die steuerlich deutschen Fonds gleichgestellt sind, und die beiden Schweizer Espac- und Pharmafonds. Alle vier erzielten in jeder der vergangenen Rechnungsperioden (drei, fünf, zehn Jahre) gesunde Gewinne. jfr.