Die Fraktionsbildung

innerhalb der Sozialdemokratischen

Partei könnte zu einer Lähmung

der Regierung führen

Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl wird keine der beiden großen Parteien so recht fertig. Im Streit um die künftige Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik drohen SPD wie CDU in Gruppen und Grüppchen zu zerfallen, die sich offen oder hinter den Kulissen bis aufs Messer bekämpfen.

Doch während der Prozeß der inneren Gärung einer Oppositionspartei dazu verhelfen kann, die Zwangspause von der Regierungsverantwortung in eine schöpferische Pause zu verwandeln und dann dem Wähler wieder mit neuen politischen Ideen entgegenzutreten, können Richtungskämpfe innerhalb einer Regierungspartei in einen unheilvollen Zickzackkurs der praktischen Politik ausarten. Ohne Zweifel befinden sich die Sozialdemokraten in dieser Gefahr.

Kaum hatte Herbert Wehner seine Genossen gewarnt, sich „selbst kaputt“ zu machen, da ruft Jochen Steffen von Eckernförde aus dazu auf, das Wort Klassenkampf nicht aus dem sozialdemokratischen Vokabular zu streichen. Und während der Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Karl Ravens, den unzähligen Bekenntnissen zum Godesberger Programm ein weiteres hinzufügt, bekräftigen die Delegierten von Hessen-Süd das Ziel, die Produktion nach dem „gesellschaftlichen Bedarf“ zu steuern.