Ein Programm nach Noten ist für den Besuch von Edward Heath in der Bundesrepublik vorbereitet worden. Gleich zweimal will der britische Premier auf deutschen Orgeln (im Eifel-Kloster Maria Laach und im bayerischen Kloster Ottobeuren) seine Fingerfertigkeit beweisen. Dissonanzen sind bei diesem Privatvergnügen des musikalischen Staatsmannes ebensowenig zu erwarten wie bei seinen offiziellen Gesprächen in Bonn.

Heath besucht die Bundeshauptstadt erstmals als „eingeschriebener“ Europäer, als Vertreter eines Mitgliedslandes der Europäischen Gemeinschaft. Freundliche Routine, ja freundschaftliches Einvernehmen sind daher diesmal noch gewisser als bei früheren deutsch-britischen Begegnungen. Zumindest bei dieser Art Gelegenheiten trägt Europa sichtbare Früchte: Bilaterale Schwierigkeiten sind zwischen den EG-Staaten nunmehr selten zu bewältigen.

Aber auch der Gemeinschaftsrahmen wird noch genügend Gesprächsstoff für das Bonner Treffen bieten. Nach 50 Tagen britischer Mitgliedschaft ergeben sich auf beiden Seiten manche Fragen. Die Bundesregierung wird vor allem wissen wollen, wie lange das Floaten des Pfundes noch andauern wird. Die Briten haben handfestere Anliegen. Sie hoffen darauf, schon bald kräftig vom Agrar- und dem Sozialfonds der Gemeinschaft profitieren zu können.

Britanniens Wunsch nach Bonner Fürsprache in dieser Frage wird sicher nicht ungehört verhallen, denn die Bundesregierung hat viel Verständnis für die derzeitigen britischen Schwierigkeiten. Sie könnte sich dafür einsetzen, daß auch in Europa Noten für den britischen Premier bereitgestellt werden – Banknoten, wohlgemerkt. D. B.