Wer finanziert die Entwicklung der ozeanischen Rohstoffgewinnung?

Von Günter Haaf

Das Essen ist aufgetragen. Erwartungsvoll schnuppern die Teilnehmer der Tafelrunde den kommenden Genüssen entgegen. Während einige Gäste am reichgedeckten Tisch über das Protokoll des Banketts palavern, um zu klären, wer welche Köstlichkeiten in welcher Reihenfolge aufessen darf, haben einige besonders hungrige Mitesser bereits ihre eigenen Eßbestecke ausgepackt und machen sich an die verlockendsten Speisen.

So etwa sieht Hans Amann, Leiter der Abteilung Meerestechnik im Hannoverschen Bergbaukonzern Preussag, die augenblickliche internationale Situation auf dem zukunftsträchtigen Gebiet der ozeanischen Rohstoffgewinnung. Amann glaubt die Lage der Deutschen in seinem bildhaften Beispiel zu kennen: Ein armseliger Hungerleider ohne Messer und Gabel auf dem Eckhocker, der neidisch dem vorwitzigen Amerikaner zusehen muß, wie dieser sich die besten Brocken sichert. Der Preussag-Mann: „Sollen wir uns von den Amis füttern lassen?“

Offenbar nicht ungern sehen sich Amann und seine Kollegen von der bundesdeutschen Meerestechnikbranche derzeit in der Rolle des ozeanischen Habenichtses. Es scheint, als stecke hinter dem offen zur Schau gestellten Zweckpessimismus Methode. Dabei verfügen die staatlichen und privatwirtschaftlichen Unterwasserexploratoren bereits seit zwei Jahren über ein durchaus brauchbares Werkzeug, mit dem verlockende mineralische Meeresfrüchte zumindest sondiert werden können: das Forschungsschiff „Valdivia“.

Um aber neben der Gabel „Valdivia“ auch noch weiteres Besteck gestellt zu bekommen, mokieren sich die Meeresforscher offen über die magere Zuteilung der zuständigen Ministerien. Denn gerade in diesem Jahr zeichnen sich weltweite Interessengemeinschaften in Sachen Rohstoffgewinnung aus dem Meer ab, kommt Bewegung in den Markt der jahrzehntelangen Hoffnungen auf das ozeanische Dorado.

Begehrte Knollen