Die Einstellung der Direktflüge von West-Berlin nach Saarbrücken beendet ein trauriges Kapitel der Berliner Luftfahrtgeschichte. Nachdem die amerikanische Bedarfsfluggesellschaft Modern Air einige Zeit mit einem zwölfsitzigen Hansa-Jet diese Strecke mit Erfolg bedient hatte, wurde ihr die Erweiterung des Platzangebotes im November 1971 verweigert. Was dahinter steckte, wurde bald offenbar: Sowohl die britische BEA als auch die amerikanische Pan Am bemühten sich um die Übernahme dieser Strecke.

Pan Am machte das Rennen. Doch ihre Saarbrücken-Flüge werden jetzt mangels Rentabilität wieder eingestellt. Pan Am will dafür sorgen, daß bei einigen ihrer Verbindungen nach Köln direkte Anschlußflüge nach Saarbrücken eingerichtet werden. Aber auch Modern Air meldet sich wieder zu Wort: Sie möchte wieder die Strecke West-Berlin – Saarbrücken fliegen, aus der sie so unfein ausgeboxt wurde.

Doch dazu wird es nicht kommen, Modern Air hat ihre kleinen Hansa-Jets nicht mehr. Und die Westmächte meinen, daß Modern Air mit ihren Coronados (die noch mehr Plätze haben als die von Pan Am benutzte Boeing 727) nicht rentabler fliegen kann als die mächtige Konkurrenz. Dem Markt will man diese Entscheidung offensichtlich nicht überlassen. Stattdessen wird die Weiterentwicklung des Berliner Luftverkehrs nun auch dort gebremst, wo es offensichtlich keine politischen Gründe dafür gibt. jn