Petersberg für die DDR

Auf der Suche nach einem repräsentativen Platz für ihren Bevollmächtigten ist das Auge von DDR-Fahndern am Bonner Petersberg hängengeblieben. Das große Hotel steht seit Jahren frei und entspräche wegen seiner Lage mannigfaltigen DDR-Interessen: Der Bevollmächtigte, der nicht vor dem 1. Juli erwartet wird, sähe Bonn dort, wo er es am liebsten sähe: Zu seinen Füßen. Der Petersberg ließe sich hermetisch abriegeln, was dem DDR-Sicherheitsbedürfnis entgegenkäme. Pikantes am Rande: Vom Petersberg aus wurde die Bundesrepublik in den Gründerjahren durch die drei Hohes Kommissare kontrolliert; das Hotel gehört dem CDU-Freund und 4711-Besitzer Mülhens.

Reduzierte Hoffnungen

Mehr als ein rundes Dutzend westdeutscher Journalisten wird es in der DDR nicht geben, nachdem Sonderminister Egon Bahr vor seinen Verhandlungen mit Staatssekretär Michael Kohl in internen Sitzungen von „so einem Dutzend“ als akzeptablem Ergebnis gesprochen hatte. Damit ist die bisherige Marschroute verlassen, nach der die Zahl der westdeutschen und Westberliner Korrespondenten vom „Erfordernis der Berichterstattung“ abhängig gemacht wurde. Bonn wird auch gegen die DDR-Auswahlkriterien keinen Einspruch erheben, wonach nur „seriöse Berichterstatter“ (so die DDR-Terminologie) zugelassen werden könnten.

Aufklärung per Expreß

Die Jungsozialisten wollen ihre Basisarbeit mit einem neuen Informationsdienst unter dem Titel „Juso-Expreß“ ausdehnen, der sich an Schüler und Lehrlinge wenden soll. Anlaß dazu ist nach Angaben aus dem Juso-Vorstand das wachsende Interesse dieser beiden Gruppen an der Arbeit der Jungsozialisten. Der Dienst, der zunächst alle Vierteljahre. erscheinen wird, soll das Motto erhalten: „Lehrlinge und Schüler haben gemein, unterdrückt zu sein.“

Berliner Stimmen