• Syrien

In der syrischen Stadt Hama ist nach Angaben der Regierung ein „versuchter Aufstand“ niedergeschlagen worden. Bei den Unruhen, die nach libanesischen Zeitungsberichten auch auf die Hauptstadt Damaskus übergegriffen haben, sind – derselben Quelle zufolge – 41 Menschen ums Leben gekommen (nach offiziellen syrischen Angaben vier).

Die Auseinandersetzungen entzündeten sich an der neuen Verfassung, die den Islam nicht mehr ausdrücklich als Staatsreligion bezeichnet. Dagegen wenden sich religiöse Kreise in Syrien, angeführt von Studenten.

Die Baath-Regierung unter General Assad gilt zwar nicht als religionsfeindlich; sie ist aber in der Auseinandersetzung mit der konservativen Opposition auf die Hilfe der Kommunisten und anderer linksradikaler Gruppen angewiesen, die den Islam in der Verfassung nicht verankert sehen wollen. Die Regierungspartner sind sich immerhin darin einige den Einfluß der Muilas (mohammedanische Geistliche und Gelehrte) zurückzudrängen, um wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt ohne die Fesseln des Islam zu ermöglichen.

  • Griechenland

Die Athener Universität (25 000 Studenten) ist am Dienstag für sieben Tage geschlossen worden. Eine für denselben Tag geplante Studenten-Versammlung wurde verboten. In der Hauptstadt kam es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Diese Ereignisse stehen im Gegensatz zu den Anzeichen einer liberaleren Hochschulpolitik, die noch am Wochenende auf Beruhigung zu deuten schienen.

Ministerpräsident Papadopoulos hatte das berüchtigte Einberufungsdekret Nr. 1347, mit dem Studenten zwangsweise rekrutiert werden können, praktisch außer Kraft gesetzt: Nur noch auf Antrag von Professoren – der nicht zu erwarten ist – sollte es angewendet werden. Die bereits einberufenen Hochschüler sollten ihre Examina ablegen können. Den Universitäten wurde Unabhängigkeit zugesichert. Zugleich warnte der Regierungschef freilich in einer Rede vor akademischen Gremien, die Regierung werde „jede Kraft, die den Frieden und die öffentliche Ordnung stört, zerschmettern“.