Hervorragend:

„Die Dreigroschenoper“ von Georg Wilhelm Pabst. Die Bertholt-Brecht-Verfilmung, um die Autor und Regisseur lange prozessierten, betont mit der Halbdunkel-Malerei der Kamera das Pittoreske, ohne die sozialkritischen Töne zu verleugnen. In dem von Caspar Neher kühn konstruierten Phantasie-London arbeiten Polizei und Diebe Hand in Hand, stößt der pompöse königliche Krönungszug mit dem traurigen Zug der Bettler zusammen und sucht der Räuber Mackie Messer (Rudolf Forster) seine Liebe. Die parodierenden Songs von Kurt Weill, das ironische Spiel der Darsteller und die stimmungsvollen Bilder harmonisieren zu einem authentischen Zeitgefühl vom Ende der zwanziger und Beginn der dreißiger Jahre. Ein ideales Objekt für die gängige Nostalgie-Welle. HPK

„Harlis“ von Robert Van Ackeren. „Salz der Erde“ von Herbert J. Biberman. „Der große Diktator“ von Charles Chaplin. „Aguirre, der Zorn Gottes“ von Werner Herzog. „Das Glück“ von Alexander Medwedkin. „Der Tod der Maria Malibran“ von Werner Schroeter.

Im Fernsehen: „Seven Chances“ (USA 1925) von und mit Buster Keaton (Südwest III 11. März). „Die barfüßige Gräfin“ (USA 1954) von Joseph L. Mankiewicz (Bayern III 14. März).

Sehenswert:

„Der junge Löwe“ von Richard Attenborough. Überaus sorgfältige, bemühte und gediegene Verfilmung von Winston Churchills Autobiografie „Meine frühen Jahre“. Der junge Winston mausert sich vom Versager zum erfolgreichen Militär, Journalisten und Politiker – zum „jungen Löwen“. Ein kühl distanziertes, leicht altmodisches und – trotz der Kürzung der deutschen Fassung um 30 Minuten – gelegentlich langweiliges Heldenbild ohne ein Wort der Kritik und Politik. Dennoch sehenswert wegen der ausgezeichneten Robert Shaw und Anne Bancroft als Winstons Eltern und der Ironie und geistreichen Arroganz des Haupthelden Simon Ward. HPK

„Das späte Mädchen“ von Jean-Pierre Blanc. Sie treffen sich zufällig in einer Touristenpension, er ein rosiger, gutmütiger Fleischberg, sie ein sprödes, zugeknöpftes und etwas angejährtes Fräulein. Nur mühsam verdecken seine joviale Vertraulichkeit und ihre kühle Abwehr beider Schüchternheit, Verkrampftheit, Einsamkeit, Wie sich das langsam löst und sie sich unendlich mühsam einander nähern, das zeigen Annie Girardot und Philippe Noiret bewundernswert unaufdringlich, aber präzise beobachtet. Leider hat Blanc seinen sanft-ironischen Erstling im übrigen mit Symbolik, satirischen Einlagen und einem Panoptikum skurriler Figuren überfrachtet. WD