Essen

Der eine heißt Herbert Vahsen und wohnt im industriereichen Essener Norden; der andere heißt Günter Gastmann und nennt einen sieben Hektar großen Waldpark im villenreichen Essener Süden sein eigen. Der Mann im Norden handelt en gros mit Schrott, der Mann im Süden mit Geld; er ist Finanzmakler. Näher aneinandergerückt wurden sie durch die Berichte der Ortspresse. Denn in beiden Fällen ging es um „Umweltschutz“.

Gastmann brachte zunächst durch das Schlagen von Bäumen die Volks-, Politiker- und Behördenmeinungen gegen sich auf, dann durch Bauen und Bauten. Vahsen veranlaßte die Gewerbeaufsicht zu einer Reaktion, weil er seine Schrottautos durch eine neue, behördlich nicht genehmigte Zerreißanlage in handliche Stücke verwandeln will.

In beiden Fällen hat hier die Umwelt beobachtet, protestiert, und die Justiz reagiert. Bei Gastmann traf es nur die „wilden“ Erdarbeiten für einen Swimming-pool und den Hausumbau. Proteste gegen das Bäumeschlagen waren dagegen ein Fehlschlag. Gastmanns Waldbesitz ist Waldpark, bestätigte die Forstbehörde, und im eigenen Waldpark darf man holzen.

Essens SPD-Landtagsabgeordnete drängen deshalb die Landesregierung, bei neuen gesetzlichen Regelungen müsse der Einfluß der allgemeinen Ortsverwaltung im Bereich von Landschaftspflege, Naturschutz und Maßnahmen der Forstaufsicht stärker verankert sein.

Den Mann im Norden trifft das Bauverbot, gegen das er schon mehrfach verstieß, freilich härter. Er hat ein Vermögen in die sogenannte Shredder-Anlage gesteckt, von der er und die Herstellerfirma sagen, sie sei umweltfreundlicher als die bisher benutzte Schrottschere. Das bestätigten auch das Gesundheitsamt und ein Gutachten des Technischen Überwachungsvereins.

Aber das Gewerbeaufsichtsamt stützt sich auf geltendes Recht: Shredder-Anlagen gehören danach nicht in Gewerbegebiete, und das nächste Wohnhaus muß 2000 Meter entfernt sein. Diese Vorbedingungen sind nicht erfüllt.