In der Republik Irland (Eire) haben die Parlamentswahlen zu einem Machtwechsel geführt. Nach 16jähriger Regierung wird die Fianna-Fail-Partei des Premierministers Jack Lynch vom Bündnis der Opposition, Fine Gael und Labour Party (Mitte-Links), abgelöst. Neuer Regierungschef in Dublin wird der 52 Jahre alte Rechtsanwalt Liam Cosgrave. Er ist Vorsitzender der Partei Fine Geal („Irische Familie“).

Die Regierungspartei konnte ihren Stimmenanteil zwar von 45,6 (1969) auf 46,3 Prozent steigern; die Opposition errang aber zusammen 48,8 Prozent. Sie schickt 73 (68) Abgeordnete ins Dail, das irische Unterhaus, Lynchs Partei 69 (75).

Cosgrave führt die Entscheidung der Wähler – Rekordwahlbeteiligung mit 81 Prozent – auf das Programm der Koalition zurück, die Preiskontrollen und Steuersenkungen versprochen hatte.

Eines der wichtigsten Probleme für jeden Regierungschef in Dublin ist Nordirland. Ein Kurswechsel wird nicht erwartet. Cosgrave gilt als erbitterter Gegner der nordirischen katholischen Extremisten-Organisation IRA. Lynch hatte in guter Zusammenarbeit mit London für eine friedliche Lösung im Norden plädiert. Dies dürfte auch für Cosgrave gelten.