In St. Moritz, seinem bevorzugten Ferienort, hielt der Schah von Persien Hof. Seine Gäste varen Manager der westlichen Ölgesellschaften, denen der persische Potentat Ende Januar eine unbequeme Alternative stellte: Nach Vorschlag Nummer eins sollten sie den Plänen des Schahs, die Fördergebiete zu verstaatlichen, zustimmen und dafür 20 bis 25 Jahre lang Mineralöl zu Vorzugspreisen kaufen dürfen. Der zweite Vorschlag: Der Iran verzichtet auf die Verstaatlichung, bis die 1954 geschlossenen Verträge im Jahre 1979 auslaufen. In diesem Fall sollen die Konzerne freilich nicht mehr auf günstige Preise hoffen dürfen.

Die Einigung kam dennoch schnell zustande: Die westlichen Ölkonzerne waren bereit, der National Iranian Oil Company in Zukunft mehr Mitsprache einzuräumen. Doch im Endeffekt wird sich nichts ändern: Der Schah erhält in den nächsten 20 Jahren nicht mehr Geld aus der Ölförderung als er unter den alten Verträgen bekommen hätte.

Auch im Irak kam eine Einigung zustande. Allerdings kamen die Konzerne dort nicht so billig davon. Der Irak behält die verstaatlichen Ölfelder von Kirkuk. Pro forma erklärte sich der Irak bereit, die alten Eigner mit Öllieferungen zu entschädigen, doch gleichzeitig wurden die Konzerne zur Kasse gebeten: Für zukünftige Investitionen des Iraks sollen sie rund 700 Millionen zählen. Dieser Betrag entspricht dem Marktwert des Erdöls (45 Millionen Tonnen), das den Konzernen als Entschluß für die verstaatlichten Ölfelder geliefert wird. ei