Im Oktober 1971 erschien im Verlag C. H. Beck die erste Nummer der Zeitschrift für Rechtskunde „Recht und Gesellschaft“, herausgegeben von einem Pädagogen und drei Juristen. Nachdem der erste Jahrgang gebunden vorliegt (übrigens sehr preiswert für 19,80 DM), ist eine Zwischenbilanz am Platze. Die Zeitschrift bietet endlich das, was für die Rechtskunde innerhalb der Sozialkunde an allgemeinbildenden Schulen gefehlt hatte: Unterrichtsmaterial nach Einstieg, Lernschritten und Lernzielen didaktisch aufbereitet. Jedem Heft liegt ein Arbeitsbogen bei, jetzt Studienbogen genannt, der neuerdings auch einzeln bezogen werden kann. Darin werden jene Rechtsgebiete behandelt, die vorher im „Leitthema“ eines Heftes (Lehrer und Schüler, Steuern im Sozialstaat, Ausländerrecht, Aktienrecht, Pressefreiheit, Grund und Boden) oder im „Rechtskurs“ (elterliche Gewalt, Erbrecht, Ausbildungsförderung, völkerrechtliche Verträge, Verkehrsunfall, Kaufvertrag, Wahlrecht, Strafverfahren) dargestellt wurden.

Es ist den Herausgebern gelungen, die Rechtsordnung durchsichtig zu machen und, indem sie rechtliche Lösungen kritisch aufbereiten, Verständnis für Rechtsprobleme zu wecken. Sie wenden sich mit ihrer Zeitschrift „an alle, die Recht lehren oder lernen“. Aber wird dann der Leserkreis nicht zu groß aufgefaßt? Entsteht dann nicht wieder nur eine weitere von vielen juristischen Fachzeitschriften? Warum sich nicht auf das Thema Recht an allgemeinbildenden Schulen beschränken und mehr auf die Schüler der Klassen 9 bis 13 und deren Lehrer einstellen? Es ist zu fürchten, daß gerade bei diesem Leserkreis die Zeitschrift noch nicht genügend bekannt ist.

Peer Zerndt