Die erste Nacht schlafe ich bei einem Löwen. Von der Autobahn-Abfahrt Hedemünden bis zum Wald-Märchen-Zoo Ziegenhagen sind es drei Kilometer, Übernachtung in der Gaststätte „Zur alten Burg“ gegenüber dem Raubtierkäfig. Am kommenden Morgen Rundgang durch den von Privatinitiative getragenen, glänzend bestückten Mini-Zoo und das volkskundliche Museum – Kinder fahren, derweil mit der Mini-Eisenbahn durch die Märchenwelt.

Anschließend macht der Musikredakteur dieser Zeitung eine Rundreise durch eine der interessantesten, wenngleich weniger bekannten Orgellandschaften Deutschlands – meist zweimanualige Instrumente auf der Grenze zwischen norddeutscher und thüringischer Tradition: Bad Sooden (Marienkirche, 1756) – Eschwege (Altstadtkirche 1679, Neustadtkirche (1838) – Iba (1715) – Rotenburg (1682) – Gersfeld, Rhön (ev. Stadtpfarrkirche, 1787) – Fulda (Dom, Prospekt 1708) – Oberaula (1721) – Homberg (1736) – Treysa (1724) – Gemünden (1805) – Wetter (1766) – Breidenbach (1767) – Hatzfeld (Emmauskapelle, 1686) – Fritzlar (Dom, 1768) – Arolsen (Stadtkirche, 1785) – Zierenberg (1757) – Kassel-Kirchditmold (1792).

Unterwegs – auch das haben die Musiker zu einer wesentlichen und notwendigen Ergänzung der Kunst gemacht – gelegentlich (sehr) gut essen – in Kassel im Restaurant „Däche“, in Niederaula im „Schlitzer Hof“, in Marburg „Chez Claude“, in Bad Wildungen im „Astoria“, in Karlshafen im Hotel „Zum Schwan“, und wenn man ganz besonderes Glück hat, präpariert der Inhaber vom „Hessischen Hof“ in Allendorf gerade die Lokalspeziaiität, „Spanisch Fricko“. Damit dabei nicht täglich mehr Kilos auf die Waage kommen: Wohnung derweil in Oberaula, Gasthof „Zum Stern“, mit Schwimmbad, Sauna, Solarium für 14,50 Mark.