Was heißt „Euro-Float“?

Bei festen Wechselkursen – der Dollar schwankt nur innerhalb eines 4,5 prozentigen Bandes – muß die Bundesbank den Dollar stützen, wenn sein Kurs zu stark sinkt. Sie tut das, indem sie Dollar gegen Mark kauft. Aus den Dollars werden Mark; dadurch wird die Geldmenge aufgebläht. Die Nachfrage wächst. Die Folge ist ein verstärkter Preisauftrieb.

Beim Floaten darf der Dollarkurs frei schwanken. Die Bundesbank stützt ihn nicht. Sie kauft keinen Dollar gegen Mark auf. Die inländische Geldmenge wächst aus dieser Quelle nicht. Die Nachfrage wird erhöht. Der Preisauftrieb erhält erhält keine neue Nahrung.

Beim Euro-Float entschließen sich die EWG-Mitgliedsländer, ihre Währungen durch feste Wechselkurse eng aneinander zu binden und gemeinsam gegenüber dem Dollar schwanken zu lassen. Für die Stabilität der festen Wechselkurse der europäischen Währungen müßten die Notenbanken sorgen, indem sie erklären, auf welche An- und Verkaufskurse sie sich einigen. Dollar werden dagegen von keiner europäischen Notenbank mehr aufgekauft. Schwierigkeiten ergeben – sich für die Lira und das Pfund. Beide Währungen floaten zur Zeit gegenüber allen Währungen. Damit sie den Euro-Float mitmachen könnten, müßten sie gegenüber den anderen europäischen Währungen einen festen Wechselkurs erklären. Die Rückkehr zum festen Wechselkurs wäre praktisch eine Abwertung.

Dollar und Geldmenge

Nicht jeder Dollar, der während der Währungskrise den Weg in die Bundesrepublik gefunden hat, blähte die inländische Geldmenge auf. Unternehmer, die Kredite auf billigeren Märkten außerhalb des Landes aufgenommen und in die Bundesrepublik gebracht haben, mußten die Hälfte der Kreditsumme zinslos bei der Bundesbank als Bardepot hinterlegen. Nur die andere Hälfte hat die Geldmenge erhöht.

Viele Dollar sind auf Konten bei deutschen Kreditinstituten eingezahlt worden, obwohl solche Guthaben nicht verzinst werden dürfen. Die Banken sind außerdem verpflichtet, den Zuwachs an solchen Verbindlichkeiten voll bei der Bundesbank als Mindestreserve stillzulegen. Diese Dollar haben die Geldmenge im Inland überhaupt nicht erhöht. Der Kauf von deutschen Wertpapieren durch Devisenausländer ist grundsätzlich verboten. Erlaubt ist er nur in dem Umfang, in dem solche Wertpapiere durch Devisenausländer in der Bundesrepublik verkauft wurden.