In Frankfurt aber gibt es seit dem vergangenen Jahr ein sogenanntes Sozialbindungspapier, daß die Umwandlung auch und gerade von leerstehenden Wohnungen in Büroräume von Genehmigungen und kostspieligen Ablösesummen (bis zu 1500 Mark pro Quadratmeter umgewandelten Wohnraums) abhängig macht. Die Verantwortlichen der Dresdner Bank hatten aber nicht gefragt und schon gar nicht gezahlt. Das Amt für Wohnungswesen reagierte prompt: "Die Wohnungen werden sofort wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt."

Der Leiter der Behörde kündigte gleichzeitig ein Ermittlungsverfahren gegen die Bank an, die bei diesem eindeutigen Verstoß gegen das Sozialbindungspapier mit einer empfindlichen Strafe rechnen muß.

Die Bank selbst fühlt sich völlig unschuldig. Syndikus Paul-Ernst Penndorf meint dazu: "Wir rechnen doch fest damit, daß die Stadt uns in Kürze erlaubt, das Haus abzureißen, damit wir dort unser Parkhaus bauen können. Von einer Zweckentfremdung von Wohnraum kann deshalb nicht gesprochen werden. Der Umzug einiger Abteilungen ist nur vorübergehender Natur, bis wir andere Räume haben." Und daß der überraschende Umzug gerade dann geschah, als in der Öffentlichkeit ruchbar wurde, zehn Wohnungen in dem Haus Wilhelm-Leuschner-Straße 29–31 stünden leer, will der Syndikus "mehr oder weniger als Zufall" gewertet wissen.

In Frankfurt wartet man nun gespannt darauf, ob das Amt für Wohnungswesen seinen starken Worten auch bei einem Steuerzahler wie der Dresdner Bank Taten folgen läßt ...

Reinhard Voss