Auf modebewußte Männer lauern besondere Gefahren. Zum Opfer fiel ihnen jüngst ein Angestellter aus Rheinland-Pfalz. Herr N. war mit dem Auto von der Arbeit nach Hause gekommen und hatte es in der Garage abgestellt. Auf dem Weg zur Haustür passierte das Malheur.

Die Bekleidungsindustrie bemühte sich zu dieser Zeit gerade wieder, Hosen mit Umschlägen für den letzten Schrei auszugeben. Herr N., stets auf der Höhe der Zeit, trug natürlich Hosen mit Umschlägen. Der weitere Hergang des Geschehens: Der modisch gekleidete Herr blieb mit dem Schuhabsatz im Umschlag des anderen Hosenbeins hängen, fiel, wie das Gericht vermerkt, „seitlich um“ und brach sich den rechten Oberschenkel.

Zu diesem Unglück kam für den Mann aber noch der Ärger mit der Versicherung. Die gesetzliche Unfallversicherung, die sonst anstandslos zahlt, wenn ein Arbeitnehmer auf dem Arbeitsweg verunglückt, wollte keinen Pfennig herausrücken. Sie gab zwar zu, daß der Umschlag-Geschädigte noch auf dem Arbeitsweg war – denn der beginnt und endet an der Haustür. Wenn er aber mit derart unfallträchtigen Hosen herumlaufe, so meinten die Versicherungsjuristen, sei das sein Privatvergnügen, für das er nicht die Unfallversicherung zur Kasse bitten könne.

Das Bundessozialgericht hat die Versicherung jedoch zur Zahlung verurteilt. Mit Recht, wie es scheint. Denn gegen Maximäntel und Stöckelschuhe sind Hosenumschläge als Unfallursachen vergleichsweise harmlos. (Az.: 2 RU 119/71)