Ohne eine klare Entscheidung, aber mit erheblichen Stimmenverlusten für das gaullistische Regierungsbündnis und mit Erfolgen für die oppositionelle Linkskoalition aus Kommunisten und Sozialisten ist am Sonntag die erste Runde der französischen Parlamentswahlen über die Bühne gegangen. Im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag können sich alle Kandidaten noch einmal dem Wähler stellen, die am 4. März nicht die absolute Mehrheit in einem Wahlbezirk, mindestens aber zehn Prozent der Stimmen erhalten haben.

Den Stichwahlen kommt entscheidende Bedeutung zu, weil nur ein Fünftel der 490 Parlamentssitze (17 werden in Übersee vergeben) errungen worden ist. Von der Wahlstrategie der Linken hängt es jetzt ab, ob sie ihren Erfolg ausbauen kann. Zum erstenmal seit 1936 sind die Linksparteien jetzt wieder in einer Volksfront vereint.

Am Sonntag entschieden sich 42 Prozent der 30 Millionen Wahlberechtigten für die Links-Union; die bisherige Regierungsmehrheit erreichte 34,7 Prozent der Stimmen (Gaullisten allein: 24 Prozent). Als dritte Kraft kommen noch die „Reformateurs“ um Servan-Schreiber und Lecanuet mit 12,5 Prozent dazu. Sie können als Verbündete der Gaullisten angesehen werden.