Ungewöhnlicher Immobilienfonds

Heinz Mosch, Steuer-Baulöwe Nummer eins. auf dem Berliner Immobilienmarkt, macht Geldanlegern in diesen Tagen ein ungewöhnliches Angebot. Obwohl im freifinanzierten Wohnungsbau keine ausreichenden Erträge mehr zu erwirtschaften sind, verspricht er ihnen eine Superrendite, die je nach Steuersatz zwischen zehn und neunzig Prozent (als Prozentsatz zum tatsächlich eingesetzten Kapital) liegen soll. Dieses unwahrscheinlich erscheinende Geschäft verspricht Mosch den Anlegern, die sich im Rahmen seines 35. Immobilienfonds am Bau und an der Verwaltung von sechs Berliner Wohnanlagen beteiligen. Die Rentabilitätsrechnung scheint trotzdem realistisch zu sein. Der Eigenkapitaleinsatz (Mindestzeichnungssumme 25 000 Mark) wird nämlich durch eine Gesamtabschreibungsquote (nach § 14 a Berlin-Förderungsgesetz) von 177 Prozent erheblich gemindert. 100 Prozent dürfen bereits in diesem Jahr abgeschrieben werden, da sich alle Projekte im fortgeschrittenen Baustadium befinden. Zusätzliche Renditesicherheit bietet die Berliner Wohnungsbaupolitik. Der Senat gewährt den Mietern der freifinanzierten Wohnungen in Berlin nämlich erhebliche finanzielle Zuschüsse, so daß statt einer unzumutbaren Mietbelastung von zehn bis zwölf Mark pro Quadratmeter nur fünf bis sechs Mark gezahlt zu werden brauchen.

Keine günstige Zwischenfinanzierung

Nach dem § 21 des II. Wohnungsbaugesetzes soll die Deutsche Bau- und Bodenbank Bauherren und Käufern von öffentlich geförderten und steuerbegünstigten Eigentumswohnungen und Familienheimen, sowie für den Bodenerwerb und die Erschließung des Baulandes aus Bundesmitteln zinsgünstige Vor- und Zwischenkredite (rund sechs Prozent Zins) gewähren. Tatsächlich aber kann kaum jemand mit diesen Mitteln rechnen. Der vom Bund zur Verfügung stehende Fonds – so teilt die Deutsche Bau- und Bodenbank mit – ist nahezu erschöpft.

Auslandsfonds auf dem Prüfstand

Das Prüfverfahren für Auslandsfonds, mit dem die Bankenaufsicht 1969 begann, steht nun kurz vor seinem Abschluß. Nach letzten Meldungen warten zur Zeit noch 18 im Jahre 1969 angemeldete Fonds auf grünes Licht aus Berlin. In den letzten Monaten wurden folgende Entscheidung gen in Berlin getroffen: Vertriebszulassungen erhielten: Anchor Capital, Anchor Growth, Axe-Houghton Stock, Eaton and Howard Special, Fundamental Investors (alle mit Sitz in den USA), Energy International, Pacific Seaboard (beide Niederländische Antillen) und Neuwirth Investment (Bermuda). Auf ihre Rechte aus der Vertriebsanzeige haben verzichtet: Hamilton and Hamilton Growth (beide USA), sowie Investors Mutual of Canada. Eine Untersagung des Vertriebs erfolgte beim OIF-Fund (USA).