• Nordirland

Ein Bild der Verwüstung wie im Krieg boten Londoner Straßenzüge, nachdem nordirische Extremisten am vorigen Donnerstag in der Umgebung des Gerichtsgebäudes "Old Bailey" und des Landwirtschaftministeriums zwei Bombenanschläge verübt hatten. 244 Londoner, darunter auch Schulkinder, wurden verletzt. Ein Verletzter starb. Zwei andere vorbereitete Anschläge konnten durch die Aufmerksamkeit der Polizei – sie war vom Geheimdienst in Nordirland vorgewarnt – rechtzeitig verhindert werden. Sieben Männer und drei Frauen wurden am selben Tag auf dem Flughafen als Tatverdächtige festgenommen. Sie werden vor Gericht gestellt.

Die Anschläge wurden als Protest gegen das Referendum über die Zukunft Nordirlands gewertet. Dort sprachen sich 57,4 Prozent der Wahlberechtigten für ein Verbleiben der Provinz bei Großbritannien aus. Der katholische Bevölkerungsteil – etwa ein Drittel der Einwohner – hat die Wahl boykottiert. Deshalb betrug die Wahlbeteiligung nur 58,6 Prozent.