Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums: Konsequenzen für die Politik

Von Hans-Jochen Vogel

Der Mensch ist dabei zu entdecken, daß diese Erde nicht unerschöpflich ist, daß ihre Reichtümer beschränkt, daß seinem Drang zur Beherrschung, zu Vermehrung und zu Nutzung aller technischen Möglichkeiten Grenzen gesetzt sind. Diese Grenzen sind bereits nahe, ja an manchen Punkten wohl schon überschritten. Deshalb ist jetzt, nach den Epochen der Entdeckung und Ausbeutung, ein Zeitalter der Erhaltung und Wiederherstellung überfällig.

Um diese Welt und damit sich selbst zu retten, muß der Mensch lernen, die Zeit in längeren Abschnitten zu betrachten. Er wird auch Unheil erkennen müssen, das nicht mit dramatischer Plötzlichkeit hereinbricht. Er muß daran gewöhnt werden, Heilmittel anzuwenden, die vor dem Ablauf seiner eigenen Lebenszeit keinen Erfolg bringen. Und er muß zugleich wissen, daß er sein Handeln nicht mehr aufschieben kann. Denn auch der Vorrat an Zeit ist nicht unbegrenzt, im Gegenteil, dieser Vorrat schwindet, weil sich die Entwicklung ständig beschleunigt.

Die politischen Konsequenzen aus diesen Einsichten variierende je nachdem, wieviel Verbindlichkeit und Unabänderlichkeit man den Prognosen über die Grenzen des Wachstums zuerkennt. Es lassen sich unterscheiden:

Drei Alternativen

1. Allmählicher Übergang zum Nullwachstum, das heißt, zur Festschreibung des Sozialproduktvolumens. Manche meinen sogar, es sei an der Zeit, in Anpassung an den Naturkreislauf zu bäuerlichen und handwerklichen Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen zurückzukehren.