Die Frauen der Manager sind zum beliebten Gesprächsstoff geworden. Die Soziologen, so heißt es, interessieren sich für sie; im Gesellschaftsklatsch haben sie ihren festen Platz. Und streng genommen gehört die Ehefrau des leitenden Angestellten auch ins Sachgebiet der Personalpolitik.

In den USA hat sich mittlerweile die auch in zahlreichen Untersuchungen bestätigte Meinung durchgesetzt: Ein Betrieb, der viel Zeit und Geld aufwendet, um einen jungen Mann für eine leitende Position vorzubereiten, muß auch erfahren, was für eine Frau er hat. Auf der anderen Seite verstärkt sich der Trend, die Frau des „Leitenden“ über die Arbeit ihres Mannes zu unterrichten und sie daran zu interessieren.

Eine ähnliche – zunächst jedoch sehr zaghafte Entwicklung – läßt sich auch in der Bundesrepublik feststellen. Helga Stödter, Legationsrätin a. D. und selbst Managerfrau, erklärte in der ersten Untersuchung, die im Bundesgebiet über das Problem der Ehefrau als Faktor der Arbeitswelt angestellt wurde: „Es ist offensichtlich, daß Beziehungen bestehen zwischen der Haltung der Frau zum Beruf ihres Mannes, zu seiner Arbeit in der Firma auf der einen Seite und seiner Arbeitsleistung auf der anderen.“

Helga Stödter spricht von einem „ambivalenten Dreiecksverhältnis zwischen Unternehmensführung, Manager und Ehefrau, bei dem jeder von jedem mittelbar und unmittelbar abhängt“. Ihre Kritik an den Praktiken in den USA: Das Firmeninteresse läßt die persönlichen Möglichkeiten der besseren Hälfte in den meisten Fällen kaum zum Zuge kommen. Die Ehefrau des Mitarbeiters wird ausschließlich aus der Perspektive des Nutzens oder Schadens betrachtet, den sie der Firma bringt. Welche Bedeutung sie für ihren Mann hat, das kümmert die Personalchefs weniger, obwohl davon letztlich sehr viel mehr abhängen kann.

Von 226 Unternehmen, die Helga Stödter befragte, wurde nur in jedem zweiten bei der Einstellung oder Beförderung eines Managers die Ehefrau mit berücksichtigt. Dabei kann man äußerst kuriosen Wertungen begegnen. So zum Beispiel, daß die Ehefrau eines Verkaufsleiters in der Regel für den Betrieb wichtiger ist als die des Finanzdirektors.

Eine der Rollen, die man von der Managerfrau erwartet: Sie soll eine attraktive Erscheinung sein. Nur vereinzelt wurde bei jüngeren Paaren erwähnt, daß sich die Ehefrau auch über die Arbeit ihres Mannes informieren sollte, um für ihn überhaupt ein Gesprächspartner zu sein. Unbestritten scheint die Ansicht, daß Arbeitsfreude, Gesundheit und Arbeitserfolg wesentlich vom Verhalten der Frau zu Hause abhängt, daß es zu den Pflichten der Managerfrau gehört, offizielle Gäste zu empfangen und – den Ehemann auf Reisen und bei Veranstaltungen zu begleiten.

Helga Stödter vertritt die Meinung, daß derartiges Engagement auch in barer Münze honoriert werden sollte. Die Unternehmen machen dagegen geltend, daß das im Salär des Herrn Gemahl inbegriffen sei.