Zuviel Vertrauen, gesteht der 33jährige Heinz Bayer, wäre letztlich der Anlaß für all die Schwierigkeiten, in denen sich zur Zeit die Wiener Nelson-Reederei befindet. Der gelernte Bankkaufmann, der vier Jahre zur See gefahren war, wollte nach einem revolutionären System in der Schiffahrt Geld verdienen: Die beiden von der Hapag-Lloyd AG gekauften Turbinenfrachter „Dortmund“ und „Göttingen“ vercharterte der Reeder an den indonesischen „Trikora Lloyd“.

Unter dieser Reederei sollten die Schiffe im Liniendienst von USA und Europa nach Indonesien eingesetzt werden. Doch insgeheim hatte der Wiener mit Trikora vereinbart, daß beide Schiffe weiterhin auf Risiko der Nelson-Reederei fahren sollten. Sinn dieser ungewohnten Vereinbarung: „Trikora Lloyd“ ist Mitglied der Konferenz, die für den Liniendienst nach Indonesien kostendeckende Frachten festlegt.

Doch das Arrangement mit den Indonesiern ging nicht auf. Der Transfer der Frachteinnahmen an den Partner in Wien klappte nicht so, wie es sich Heinz Bayer vorgestellt hatte. Die Folge davon: Rechnungen blieben unbezahlt, und die Gläubiger der Nelson-Reederei. ließen die „Salzachtal“ (ex „Göttingen“) in New York, die „Inntal“ (ex „Dortmund“) in Hamburg an die Ket:e legen.

Damit platzte auch ein zweiter Plan, den sich die Wiener Reeder ausgedacht hatten: In Zukunft wollten sie als „Outsider“ zu selbstgemachten Tarifen Frachtgüter von Europa nach Indonesien befördern. Doch ohne Schiffe wird sich dieses Projekt nicht verwirklichen lassen, ei