Von Ronald Granz

Hamburg

Die „Panzerwagen“ der Deutschen Sicherheits-Transporte GmbH (DST) sind so gefragt wie eh und je. Trotz einer ganzen Kette von Diebstählen und Unterschlagungen innerhalb der letzten sechs Monate, an denen auch ehemalige DST-Angestellte beteiligt waren, vermerkt die Firma, deren Aufgabe es ist, Millionenbeträge sicher ans Ziel zu bringen, eine rosige Geschäftslage. Der Leiter der Hamburger DST-Zweigstelle Borchert vermeldet: „Umsatzrückgänge haben wir noch nach keinem Zwischenfall gehabt.“

Die „Zwischenfälle“:

  • Am 31. August des vorigen Jahres wurde der DST-Fahrer Günter Bliard in Offenbach durch acht Schüsse getötet. Die dabei geraubten 1,8 Millionen Mark fand die Polizei bei der Freundin des Beifahrers Norbert Plumbom wieder. Der der Tat verdächtige Plumbom schweigt bis heute in seiner U-Haftzelle.
  • Am 19. Dezember stahlen im Norden Hamburgs drei Männer aus einem unbesetzten DST-Transporter 860 000 Mark. Die inzwischen verhafteten Täter, darunter ein ehemaliger DST-Angestellter, hatten das Auto mit Nachschlüsseln geöffnet.
  • Am 12. Februar dieses Jahres fiel in Düsseldorf aus einem fahrenden DST-Wagen auf bisher noch nicht geklärte Weise eine Tasche mit 820 000 Mark auf die Straße. Drei Müllmänner lieferten das Geld ab.
  • Am 26. Februar dieses Jahres täuschte der DST-Fahrer Günter Heinemann in Düsseldorf seine drei Kollegen und entkam mit dem Transportauto und 3,7 Millionen Mark.

Trotz dieser Zwischenfälle glaubt die Firma, daß sie auch in Zukunft keine geschäftlichen Einbußen befürchten muß. Ihre Transporte sind hoch versichert, und sie hat in der Bundesrepublik fast keine Konkurrenz. DST ist eine Gesellschaft der amerikanischen Purolator Inc., die nacheinander viele kleinere Sicherheitstransportfirmen in der Bundesrepublik aufgekauft hat.

So gibt es denn auch für die Zweigstelle in Hamburg, wo der gelernte Landwirt Borchert von einem Wandsbeker Hinterhof aus Wagenpark und Mannschaft dirigiert, „praktisch keine Konkurrenz“. In der Hansestadt verfügt die DST über 22 „Panzerwagen“ Marke Opel-Blitz und rund 50 nach amerikanischem Vorbild uniformierte und bewaffnete Sicherheitsboten. Sie tragen schwarzglänzende Lederjacken über grauem Hemd und schwarzer Krawatte. An der Hüfte steckt eine 38er Smith & Wesson. „Dieser Aufzug muß so sein, denn das schreckt ab.“