Bei den argentinischen Wahlen haben, die Peronisten am vorigen Sonntag einen, unerwartet hohen Sieg errungen. Hector Cámpora, Kandidat einer von der peronistischen Partei beherrschten Koalition, erhielt schon im ersten Wahlgang knapp über 49 Prozent der Stimmen, die Wahlauguren hatten ihm bestenfalls 41 Prozent zugestanden. Der amtierende Präsident General Lanusse erklärte noch am Wahlabend, Cámpora sei „praktisch“ der Sieger, er werde ihm am 25. Mai die Amtsgeschäfte übertragen.

Unklar blieb vorerst, ob innerhalb eines Monats eine Stichwahl stattfinden wird, die das argentinische Wahlgesetz für den Fall vorschreibt, daß ein Kandidat nicht auf Anhieb die absolute Mehrheit gewinnt. Nach dem Gesetz könnten sich daran nur noch die (bürgerlichen) Radikalen unter Ricardo Baibin beteiligen, der zum drittenmal vergeblich für das höchste Amt kandidierte.

In den ersten Wahlen nach 1965 – ein Jahr später hätte das Militär die Macht übernommen – mußten praktisch alle Ämter für vier Jahre neu besetzt werden: Präsident und Vizepräsident, 69 Senatoren, 243 Abgeordnete, fast 12 000 Provinzial- und Kommunalmandate. Die Peronisten schnitten überall zum Ärger des Militärs gut ab. Im spanischen Exil nannte Perón das Wahlergebnis „die überwältigende Niederlage einer Diktatur“.